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1519-1521 eroberte H. Cortesdas Land, in dem die Azteken seit dem 14. Jh. auf der Grundlage reicher älterer Kulturen (-»mittelamerikanische Kulturen) einen mächtigen u. blühenden Staatenbund geschaffen hatten, für Spanien. 1535 wurde M. das span. Vizekönigreich Neuspanien u. erlangte durch seinen Silberreichtum große Bedeutung für Spanien. Die ersten Freiheitskämpfe unter M. Hidalgo (ISIO/U) blieben erfolglos; erst 1821 gelang es, die Spanier zu besiegen, u. M. wurde unter A. de Iturbide (als Kaiser Augustin I.) unabhängiges Kaiserreich. Innere Zwistigkeiten führten zum Rücktritt des Kaisers (1823) u. zur Proklamation der Republik (1824). Aber die Rivalitätskämpfe der mexikan. Generäle führten zu dauernden Unruhen u. schwächten das Land erheblich. Mit US-amerikan. Hilfe löste sich 1836 Texas von M., u. im Krieg gegen die USA (1846-1848) verlor M. seine gesamten Nordprovinzen, d. h. ca. 2/5 seines Staatsgebiets, an die USA. Die Reformen des Präsidenten B. Juärez Garcia führten zu einem schweren Bürgerkrieg (1858-1861), der das Land wirtschaftlich ruinierte. M. stellte die Bezahlung der Auslandsschulden ein, was Frankreich zur Intervention veranlaßte. Auf Betreiben Napoleons III. wurde 1864 der österr. Erzherzog Maximilian Kaiser von M.; er unterlag aber nach Abzug der französ. Truppen gegen den früheren Präsidenten Juärez u. wurde 1867 erschossen. 1877-1911 (mit Unterbrechung) war Porfirio Diaz Präs. M.s; er baute ein stehendes Heer auf, stellte die Ordnung her u. erreichte einen beträchtl. Wirtschaftsaufschwung. Sein Sturz (1911) leitete die Epoche der mexikan. Revolution (1911-1920) ein, in deren Verlauf mehrere polit. Gruppierungen, u. a. auch solche mit sozialreformer. Zielsetzung (E. Zapata, V. Carranzä), um die Macht kämpften. Die Sozialist. Richtung setzte sich durch (Industrieverstaatlichung, Bodenreform, Bekämpfung der Kirche; Verfassung von 1917) u. organisierte sich schließlich in der “Institutionellen Revolutionspartei" (Partido Revolucio-nario Institucional, PRI), der bis heute regierenden Staatspartei, die lange Zeit M.s polit. Stabilität u. wirtschaftl. Wachstum sicherte. Unter den Präsidenten A. Löpez Mateos (1958-1964) u. G. Diaz Ordaz(1964-1970) wurden die Landreform erfolgreich weitergeführt, die Industrialisierung beschleunigt, das Straßennetz ausgebaut u. die sozialen Einrichtungen verbessert. 1968 kam es erstmals wieder zu schweren, gegen das Regime gerichteten (Studenten-)Unruhen, die mit Waffengewalt unterdrückt wurden, um die Durchführung der Olympischen Sommerspiele 1968 in der Hauptstadt Mexico nicht zu gefährden. Der 1969 gewählte Präs. L. Echeverria Alvarez (bis 1976) stand einer liberalen Regierung vor; es gelang ihm, der Jugendrevolte Herr zu werden. Dabei blieben, wie auch bei seinem Nachfolger, dem konservativen J. Löpez Portillo y Pacheco, die Probleme des Bevölkerungszuwachses, der Arbeitslosigkeit u. des Währungsverfalls ungelöst. Zur Parlamentswahl 1979 wurden erstmals oppositionelle Linksparteien zugelassen. Seit 1982 ist der Wirtschaftsfachmann M. de la Madrid Hurtado Staatspräsident. Außenpolitisch bemüht sich M., das im l. Weltkrieg neutral blieb u. im 2. Weltkrieg 1942 an der Seite der Alliierten in den Krieg eintrat, um Unabhängigkeit von den USA u. um die Wahrung strikter Neutralität u. Blockfreiheit. Seit der Entdekkung riesiger Erdölfelder in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre verstärkte sich der Einfluß M.s auf Zentralamerika u. den karibischen Raum. Die führende Rolle, die M. seit Echeverrias “Charta der wirtschaftlichen Rechte u. Pflichten der Staaten in der Dritten Welt" übernommen hat, ergibt sich hauptsächlich aus dem Interesse des Landes, seine Verhandlungsbasis gegenüber den USA zu stärken.
Lit.: H. Bamford Parkes, A history of M. Boston. '1950. -R. K. Furtak, Revolutionspartei u. polit. Stabilität in M. 1969. - W. Grabendorff, Bestimmungsfaktoren u. Dimensionen der Außenpolitik M.s. 1977. - V. G. Lehr, Der mexikan. Autoritarismus. 1981. - H. A. Steger, J. Schneider (Hrsg.), Wirtschaft u. gesellschaftl. Bewußtsein in M. seit der Koloniezeit. 1980. | ||||||||
Der Kernraum ist ein 1000-2500 m hoch gelegenes, von Kakteen- u. Dornbuschsteppe, im S von Kurzgrassteppe bedecktes, subtrop. Hochland (Hochland von M.), das von hohen, mit Kiefernwäldern bestandenen Randgebirgen bis über 3000 m Höhe (Sierra Madre Oriental im 0, Sierra Madre Occidental im W) u. von schmalen Küstenebenen gesäumt wird u. zum Kordillerensystem gehört. In dem weitgehend abflußlosen Hochland erheben sich in der Umgebung der Stadt Mexico die erloschenen Vulkanberge des Popocatepeti (5452 m) u. des Iztaccihuaü (5286 m). Den Südabschluß bildet die Meseta Neovolcänica mit den höchsten Vulkangipfeln des Landes (Citlatepeti 5700 m). Südl. der vom Balsas durchflossenen Senke schließt sich bis zum Isthmus von Tehuante-pec, der als ungefähre Landschaftsgrenze zwischen Nord- u. Mittel(Süd-)amerika gilt, die Sierra Madre del Sur (3703 m) an. Östlich der Landenge zieht sich das Bergland der Sierra Madre de Chia-pas (bis 2948 m) bis nach Guatemala hinein; nach NO liegen die feuchtheiße Küstenebene von Ta-basco u. die flache, niedrige, z. T. sumpfige u. verkarstete Kalktafel der Halbinsel Yucatän. Zu M. gehört auch die gebirgige, schwach besiedelte Halbinsel Niederkalifornien (Baja California). | ||||||||
Die überwiegend kath., spanisch sprechende Bevölkerung hat sich von 1960 bis 1980 mehr als verdoppelt; rd. 65 °/o leben in Städten. 96% sind Mestizen (davon 60 °/o europ. Herkunft), 3 % Indianer u. 0,6% Weiße; die Zahl der Indianer, Kreolen (Nachfahren europ. Einwanderer) u. Weißen nimmt ständig ab. Unter den Nachfahren der in-dian. Urbevölkerung bilden die Maya in Yucatän die größte Gruppe vor den Nahua, Otomi u. Zapo-teken. Rd. 50 % der Bevölkerung leben in dem zentralen Altsiedelraum um die Hptst. u. zwischen Guadalajara u. Toluca. Das jährl. Bevölkerungswachstum lag 1970-1976 bei 3,5%, durch ein staatl. Bevölkerungsprogramm mit dem Ziel des begrenzten Wachstums sank es bis 1980 auf 2,7 % ab. Die Analphabetenrate lag 1980 bei 19%. | ||||||||
1. Größter Staat in Mexiko, 247087 km2, 1,9 Mill. Ew. (1980); im N des Hochlands von Mexiko, umfaßt im W die bewaldete, erzreiche Sierra Madre Occidental (Gold, Silber, Zink, Blei), im 0 ein z.T. abflußloses Hochland mit Bewässerungsanbau (Baumwoll-, Mais-, Weizenanbau); Hptst. C. (2). 2. Hptst. des gleichnamigen mexikan. Staats, 402000 Ew. (1980); Erz Verhüttung, Fleischkonserven-, Baumwoll- u. a. Industrie; nördlich der Hptst. Siedlungsgebiete dt.-kanad. Mennoniten mit vor-bildl. Wirtschaftsweise. | ||||||||
Die Angaben sind aus der Grossen Bertelsmann Lexikothek (Bertelsmann Lexikon) Stand 1985. | ||||||||
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