Calming Signals
Der Begriff Calming Signals (Beschwichtigungssignale/Gesten) ist sicherlich einigen mittlerweile ein Begriff.
Hier die kurze Zusammenfassung Vortrages von Inga Böhm, http://www.animal-learn.de zu diesem Thema:
Wenn auch eine Beschreibung aller Signale hier nicht
möglich ist, möchten wir doch kurz darauf eingehen, so dass jeder Interessierte die Möglichkeit hat, sich mit diesem so wichtigen Thema weitergehend auseinander zu setzen.
Erik Zimen beschrieb diese Signale als s.g. Cut off Signals, war aber – wie viele andere der Ansicht, dass diese Signale nur von Wölfen beherrscht werden und dazu dienen Aggressionen zu stoppen.
Inzwischen weiß man dank der Forschungen von Turid Rugaas, dass diese Signale auch von unseren Hunden beherrscht
werden, es ist sozusagen die internationale Sprache unserer Hunde und sie dienen weniger dem Aggressionsstopp, sondern werden tagtäglich eingesetzt um im Umgang miteinander erst gar keine Aggressionen aufkommen zu lassen.
Kurz gesagt, setzt jeder Hund bei Begegnungen mit Artgenossen diese Signale ein, es ist DAS Kommunikationsmittel der Hunde untereinander um Konflikte zu vermeiden, bzw. erst gar nicht aufkommen zu lassen. Viele dieser Signale werden instinktiv eingesetzt, bereits ein
neugeborener Welpe beherrscht das erste wichtige Signal: das Gähnen. Außerdem setzten Hunde diese Signale/Gesten ein, um sich selber zu beruhigen.
Warum, wird sich mancher fragen, soll ich diese Signale kennen und lernen?
Ganz einfach: erkennen wir Menschen diese Signale bei Hunden, können wir Situationen besser einschätzen, und auch wir Menschen können nach eingehender Beobachtung vieler Hunde und lernen dieser Signale, diese ebenfalls einsetzen und sind so einen großen
Schritt in der Kommunikation mit unserem Hund weiter.
Sicherlich hat jeder von uns schon einmal beobachtet, dass sein Hund freudig erregt auf die Vorbereitungen zum Spaziergang reagiert. Kurz vor der Tür dann plötzlich ein Schnauzenlecken oder Gähnen des Hundes.
Grund: der Hund beruhigt so seine eigene Anspannung/Aufregung.
Hier ein einfaches Beispiel im täglichen Umgang:
Wir stehen steif und aufrecht an einem Weg, rufen den Hund zu uns, der aber lässt sich Zeit, zeigt
eines oder mehrere Signale wie z.B. langsames kommen, im Gras schnuppern, kleine Bögen machend, markieren, Gähnen, Schnauze lecken usw.
Nicht jeder Hund setzt jedes Signal ein, also muß jeder seinen eigenen Hund gut beobachten.
Warum kommt er nicht freudig schnell zu uns, fragt sich der eine oder andere dann, im schlimmsten Falle erheben wir unsere Stimme, weil der Hund nicht schnell genug kommt.
Hier müssen wir uns und unsere Körperhaltung kontrollieren:
Stehen wir
steif und aufrecht, so signalisiert dies dem Hund einen Konflikt, er möchte einerseits kommen, muss aber befürchten, aufgrund unserer strengen/steifen Körperhaltung nicht erwünscht zu sein = Konflikt in Aussicht.
Daher verlangsamt er seine gesamten Bewegungen, setzt diverse Beschwichtigungssignale ein um uns friedlich zu stimmen, bis er angelangt ist.
Stellen wir uns dagegen locker, seitlich abgewandt hin und rufen den Hund, so wird er um so freudiger kommen. Gehen wir bei Ankunft
dann noch einen Schritt zurück, geben also dem Hund seine Individualdistanz, befolgt er das Kommando viel eher und freudiger.
Denn: zwei Hunde die sich begegnen, werden NIEMALS steif und zielgerade aufeinander zugehen.
Allen, die sich intensiv mit dem Thema beschäftigen wollen, empfehlen wir folgende Links/Literatur
http://www.spass-mit-hund.de hier unter „Mehr Wissen“ gibt es einige gute Fotos und
Erklärungen zu den verschiedenen Signalen.
Bei http://www.animal-learn.de sind das Buch Calming Signals und das Video (beides in deutsch und englisch) von Turid Rugaas zu erwerben.
Das Video hat eine Laufzeit von ca. 60 Min. und stellt die verschiedenen Signale anhand der hundlichen Kommunikation untereinander mit guten Erklärungen/Kommentaren dar.
Auch im Forum wurde das Thema schon mit Interesse diskutiert, Fragen/neue Diskussionen darüber sind immer erwünscht.
Eva Kroll/Lorena Galanti
