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Jìirì Kolàr
Huldigung allen Fliegen Spinnen Fischen Mäusen und Hunden

Warte auf Regen
dann kaufe
     einen Fliegenfänger
     einen Besen
     eine Angel
     eine Mausefalle
     und ein Halsband

Auf dem Heimweg rede kein unnötiges Wort

Zu Hause zünde drei Kerzen
an alle verschieden groß
lege davor einen Gedichtband
ein Buch über den Kosmos
und ein Buch mit philosophischen Abhandlungen
Dann zertrete den Fliegenfänger
     zerbreche den Besen
     zerreiße die Angel
     zerschlage die Falle
     zerschneide das Halsband
und verbrenne alles
oder wirf es in die Mülltonn
e

 Friedrich Hebbel
Schau ich in die tiefste Feme

Schau ich in die tiefste Ferne
  Meiner Kinderzeit hinab,
Steigt mit Vater und mit Mutter
  Auch ein Hund aus seinem Grab.

Fröhlich kommt er hergesprungen,
  Frischen Muts den Staub der Gruft,
Wie so oft den Sand der Straße,
  Von sich schüttelnd in der Luft.

Mit den treuen braunen Augen
  Blickt er wieder auf zu mir,
Und er scheint, wie einst, zu mahnen:
  Geh doch nur, ich folge dir!

Denn in unsrem Hause fehlte
  Es an Dienern ganz und gar,
 Doch die Mutter ließ mich laufen,
  Wenn er mir zur Seite war.

Besser.gab.auch keine Amme
  je auf ihren Schützling acht,
Und er hatte schärfre Waffen
  Und gebrauchte sie mit Macht.

Seine eignen Kameraden
  Hielt er mit den Zähnen fern,
Und des Nachbars Katze ehrte
  Ihn von selbst als ihren Herrn.

Doch, wenn ich dem alten Brunnen
  Spielend nahte hinterm Haus,
Bellte er mit heller Stimme
  Meine Mutter gleich heraus.

Er erhielt von jedem Bissen
  Seinen Teil, den ich bekam,
Und er war mir so ergeben,
  Daß er selbst die Kirschen nahm.

Wie die beiden Dioskuren
  Brachten wir die Tage hin,
Einer durch den andern glücklich,
  jede Stunde ein Gewinn.

Macht ich nicht auch halb vom Tode
  Meinen treuen Pollux frei,
Ließ ichs nur, weil ich nicht ahnte,
  Daß ich selbst der Kastor sei.

Aber allzu bald nur trübte
  Uns der heitre Himmel sich,
Denn er hatte einen Fehler,
  Diesen, daß er wuchs, wie ich.

Und an ihm erschien als Sünde,
  Was an mir als Tugend galt,
Da man mich ums Wachsen lobte,
  Aber ihn ums Wachsen schalt.

Immer größer ward der Hunger,
  Immer kleiner ward das Brot,
Und der eine konnte essen,
  Was die Mutter beiden bot.

Als ich eines Morgens fragte,
  Sagte man, er wäre fort
Und entlaufen, wie mein Hase,
  Doch das war ein falsches Wort.

Noch denselben Abend kehrte
  Er zu seinem Freund zurück,
Den zerbißnen Strick am Halse,
  Doch das war ein kurzes Glück.

Denn, obgleich er mit ins Bette
  Durfte, ach, ich bat so sehr,
War er morgens doch verschwunden,
  Und ich sah ihn niemals mehr.

Ward er an die Eisenkette
  Jetzt gelegt von seinem Herrn,
Oder fiel sein Los noch härter,
  Weiß ich nicht, doch blieb er fern!

Schau ich in die tiefste Ferne
  Meiner Kinderzeit hinab,
Steigt mit Vater und mit Mutter
  Auch ein Hund aus seinem Grab.

Einer bleibt selten allein !

Du willst also ausstellen,
das ist aber gefährlich,    
es bleibt nicht bei einem Hund, 
sei doch mal ehrlich !  

Einer ist gar nichts,
ein Zweiter muß her,
ein Dritter ist einfach,  
ein Vierter nicht schwer. 

Ein Fünfter erfreut Dich,
mit ´nem Sechsten wird´s gehen, 
Ein Haus voller Hunde   
machts Leben erst schön.  

Warum nicht noch einen,
Du traust Dich, nicht wahr ?  
Sie sind wirklich ganz einfach, 
aber, mein Gott, das Haar ! 

Ein Hund auf dem Sofa,
ein Hund im Bett !  
Hungrige Mäuler in der Küche, 
das findest Du nett.  

Sie hören aufs Wort 
und sind gar kein Problem !   
Wenn´s noch einer mehr ist, 
wird es immer noch gehn.  

Die Möbel sind staubig,
die Fenster nicht klar,   
der Boden ist schmutzig,  
das Sofa voll Haar.   

 Es leidet der Haushalt,
man nimmt´s kaum noch wahr, 
die Nasenabdrücke 
und überall Haar.   

So suchen wir Platz,
der neue Welpe ist top !  
Man findet schon Zeit   
für Besen und Mopp.   

Es gibt kaum ein Limit,
dem Himmel sei Dank !   
Ihre Zahl zu verringern,  
der Gedanke macht krank ! 

Jeder ist anders,
Du weißt wer da bellt,  
das Futter ist teuer,   
der Tierarzt kriegt Geld.   

                                

Die Familie bleibt weg,
Freunde lassen Dich in Ruhe,
Du siehst nur noch andere Hundefreunde,
die genauso sind wie Du.

Die Blumen sind tot,
der Rasen ist hin,
doch am Wochenende,
hast Du was anderes im Sinn.

Man meldet und reist,
so ist der Trott,
dazu die Hundesteuer,
bald bist Du Bankrott.

Ist es das wert,
was machst Du da bloß ?
Dann kommt Dein Liebling
und springt Dir auf den Schoß.

Sein Blick wärmt Dein Herz
und um nichts in der Welt
gäbst Du einen davon her !
(Was bedeutet schon Geld ?)

Egal ob für Zucht,
für Show oder Spaß,
für jeden gibt´s Platz,
jeder dient zu irgendwas.

Die Winter sind mühsam,
mal naß und mal rauh,
Die Hunde sind schmutzig
und Du bist ganz blau.

Manche Abende sind gräßlich,
dann schreist Du im Haus,
die Hunde auf dem Sofa,
sie wollen hinaus.

Die Hunde, die Shows,
die Reisen, die Sorgen,
die Arbeit, die Spannung,
die Gedanken an Morgen.

Es muß wohl was wert sein,
und es muß Dir was geben,
denn sie lieben Dich alle,
die Hunde in Deinem Leben.

Alles hat sich geändert,
nichts ist mehr gleich,
Du liebst Deine Hunde
und Deine Seele ist reich !

 

Dieses Gedicht wurde gefunden und eingesandt von:  bianka_lelanz@web.de