Wie kann man also diesen Seuchenzügen wirksam vorbeugen?

Indem möglichst ALLE Hunde regelmäßig und wirksam geimpft werden. In zwei Studien der Uni München hat man festgestellt, dass bei Parvo und bei Staupe der volle Schutz nach der bis heute üblichen Grundimmunisierung nicht 100 %ig gegeben ist. Herkömmlich werden die Welpen mit 8 und 12 Wochen vierfach oder fünffach geimpft. Nach 12 Wochen sind bei diesem Schema bei Parvo noch ca. 10 % und bei Staupe sogar ca. 30 % nicht wirksam geschützt. Deshalb empfiehlt es sich alle Welpen noch ein drittes Mal mit ca. 16 Wochen zu impfen und UNBEDINGT auch noch einmal mit 15 Monaten. Wo Welpen unter starkem Virendruck stehen, z.b. weil in dem Zwinger bereits Parvo aufgetreten ist, oder weil man in einer sehr dichten Hundepopulation lebt, wie z.B. wir in München, ist es sogar sehr ratsam, die Welpen bereits mit 6 Wochen gegen Parvo zu impfen, dazu gibt es speziellen Welpenimpfstoff, der es ermöglicht, die maternale Antikörperblockade zu überwinden.

Erst wenn also der Hund mit 15 Monaten noch mal 5 fach geimpft ist, ist ein sicherer Schutz gegen die gefährlichsten Viren sichergestellt und eine Epidemie kann verhindert werden.

IMPFSCHEMA empfohlen von Prof. Dr. Truyen:
(6. Woche Parvo)
8. Woche 4fach
12. Woche 5fach
16. Woche 5fach
15. Monate 5fach.

Vorhandener Impfschutz am Beispiel Parvo-Impfung (Impfung/Woche/%)

6. Woche 63 %
8. Woche 65,9 %
12. Woche 92,2 %


Bei Staupe: sind in der 12. Woche nur 68 % geschützt!

Daher: Unbedingt in der 15.-16 Woche, nochmals impfen lassen

Obwohl Prof. Dr. Truyen meinte, dass die Kombination mit Tollwut keine negative Auswirkung hätte, würde ich für Chihuahuas die Tollwut erst nach 6. Monaten geben und auch separat, zumindest solange der Hund nicht ausgewachsen ist.

Wenn sich  alle an dieses Schema halten würden, könnte man darüber diskutieren (so Prof. Truyen), ob NUN nur noch alle zwei Jahre nachgeimpft werden muss, denn man ist bei Parvo, Staupe und Tollwut ziemlich sicher, dass wenn erstmal ein 100 %iger Schutz vorhanden ist, also Antikörper in ausreichender Höhe vorhanden sind, dass diese länger als 1 Jahr vorhalten.

Hingegen ist z.B. bei Zwingerhusten sehr sicher, dass der Schutz nicht mal ein halbes Jahr vorhält und auch bei Leptospirose ist der Schutz nach der Impfung nur für ca. 6 Monate gewährleistet. Deshalb müsste man sogar überlegen, diese beiden Dinge, wenn denn ein erhöhtes Risiko wegen Hundepensionsaufenthalt oder ständiges Trinken aus Baggerseen und Pfützen (Leptospirose), oder Schutzhundausbildung, wo 1000 Hunde immer in den selben Schutzarm beißen, öfters geimpft wird.
 

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