Im Folgenden werden hier die verschieden Erkrankungen vorgestellt, gegen die geimpft wird

TOLLWUT
Die Tollwut ist eine Virusinfektion. Die Übertragung erfolgt durch Biss/Speichel infizierter Tiere. Empfänglich/Überträger sind Hund, Rind, Schwein, Katze, Fuchs, Nager, eigentlich alle Säugetiere, also auch der Mensch. Der Virus vermehrt sich im Gehirn. Die Krankheit ist immer tödlich, es gibt KEINERLEI Heilung!

Das Virus ist bei uns zwar so gut wie ausgerottet, aber immer noch vorhanden!

Es wird immer wieder von Tollwutfällen bei Wildtieren berichtet, erst letzten Sommer im Frankfurter Raum. In der Schweiz, und zwei weiteren Ländern, die wir leider nicht notiert haben (ich meine es war Belgien und …) ist die Tollwut bereits ausgerottet. Gerade bei uns ist die Gefahr aber groß, dass sie immer wieder über den Osten eingeschleppt wird.

Auch wenn es heute nur noch wenige tollwutgefährdete Gebiete gibt, sollte sich JEDER Hundehalter über folgendes im Klaren sein: Spricht ein Jäger, Förster, Bauer etc. auch NUR den VERDACHT aus, dass ein Hund oder eine Katze Kontakt mit einem infizierten Tier hatte, so wird ein NICHT geimpftes Tier auf jeden Fall SOFORT eingezogen und GETÖTET. Sieht Z.B. ein Bauer einen weißen kleinen Hund am Kadaver eines Rehs, dass sich als Tollwutinfiziert herausstellt, dann werden sämtliche in Frage kommenden Hunde im Umkreis von 30 km eingeschläfert (hier hilft auch nicht der Nachweis eines ausreichenden Titers, es muss eine Impfung erfolgt sein).

ABER: Jährlich regelmäßig geimpfte Tiere, die Kontakt mit einem infizierten Tier hatten, werden von der Behörde unter Aufsicht (Quarantäne, kann daheim geschehen) gestellt und beobachtet.

Hat ein Hund Kontakt mit einem ausgelegten Köder, ist bei geimpften Hunden keinerlei Eingreifen notwendig (ist bei Caniden ausreichend getestet), Kinder sollten allerdings sofort dem Arzt vorgestellt werden.

Im Grund ist gerade die Tollwutimpfung für die Gesundheit des Hundes am verzichtbarsten, weil eben das Ansteckungsrisiko relativ gering ist, es sei denn ein Hund wird jagdlich geführt oder streunert. Ein Stadthund an der Leine wird kaum Gelegenheit haben, sich zu infizieren. Doch aufgrund des 100 % tödlichen Ausgangs der Krankheit und aufgrund dessen, dass diese Krankheit auf den Menschen übertragbar ist, sind die Behörden RIGOROS im Verdachtsfall und das ist das eigentliche Risiko, denn es wird nicht abgewartet, ob ein Hund nun tatsächlich Kontakt hatte oder ob er überhaupt erkrankt ist, sondern es wird sofort getötet, um jegliches Risiko für den Menschen auszuschalten. Deshalb ist auch der Impfintervall von einem Jahr sehr eng gezogen, obwohl teilweise die Pharmaindustrie gerade bei diesem Impfstoff eine Wirkzeit von bis zu 3 Jahren attestiert.

STAUPE
Die Staupe ist dem Masernvirus ähnlich und wird über direkten Kontakt von Tier zu Tier übertragen.
Eine indirekte Übertragung ist ebenfalls möglich, aber von geringer Bedeutung.
Überträger sind: Hund, Fuchs, Marder, Nerze, Robben, Waschbären, Schweineartige etc.

Diese Virusinfektion ist durch Medikamente so gut wie nicht heilbar.
STAUPE HAT VERSCHIEDENE MEHR ODER WENIGER SCHWERE ERSCHEINUNGSFORMEN, NICHT SELTEN IST DAS GEHIRN IRREPERABEL BETROFFEN, INDEM FALL GIBT ES PRAKTISCH KEINE HEILUNG,
die Tiere müssen eingeschläfert werden. ABER AUCH TIERE, die diese Krankheit überstehen weil das Gehirn verschont blieb, tragen oft nachhaltige gesundheitliche Schäden davon, Herz, Hartballen, Zahnschmelzdefekte, Staupegebiss, etc.

PARVOVIROSE
Parvorirose ist eine hochinfektiöse Virusinfektion und wird durch infizierten Kot, aber auch infizierte Kleidung, Schuhe, Gegenstände, Hautkontakt u. ä. übertragen. Besonders infektiös ist der Virus auch dadurch, das ein direkter Kontakt mit einem infizierten Tier nicht notwendig ist. Es handelt sich um eine speziesgefährdende Seuche (wie im ersten Teil zu lesen war, kann durch diesen Virus eine nichtgeimpfte Population ausgerottet werden). Empfänglich sind Hunde, Marder, Katzen, etc.

Bereits 1 Gramm Kot enthält genug Virus um 100 Millionen Tiere zu infizieren!!! Es wurden durch das Virus schon ganze Nerzfarmen vernichtet. Es reicht völlig aus, in den Kot eines infizierten Tieres zu treten, schon ist das ganze Haus/Wohnung usw. verseucht, und nicht nur dass, selbst ein Häufchen, das vor Jahren entstand und längst schon zu Erde geworden ist, kann noch Viren enthalten, ein Windstoß genügt, um die Viren überall hin zu wirbeln. D.h. man trägt täglich xig Millionen Viren an den Schuhen, Kleidung haftend mit nach Hause und selbst wenn man sich vorher alles auszieht, so kann der Virus immer noch über das Fenster eintreten. Der einzige Schutz ist deshalb die Impfung!

Bei Erkrankung (wie bei allen Viren üblich) kann ausschließlich symptomatisch behandelt werden, auch bei einer Heilung bleiben oft Folgeschäden, wie empfindlicher Magen, Darm, Herzerkrankungen

Anmerkung: Nach Auskunft von Dr. Eichhorn (Uni München) ist die Parvovirose die Virenerkrankung die zur Zeit am meisten vorkommt, sehr viele Hunde versterben oder es bleiben Spätschäden zurück. Der einzige Schutz ist die Impfung.


BORRELIOSE
Die Borreliose ist eine BAKTERIELLE Infektion, die ausschließlich durch Zeckenbiss übertragen wird. Eine Impfung ist nur in bestimmten Fällen notwendig (hoher Zeckenbefall, trotz Vorsorge durch Frontline oder ähnliche Mittel), viele Borreliose-Fälle in der Umgebung usw.

Es gibt hier kein sicheres Krankheitsbild, meist Gelenkentzündungen, Lahmheiten, Borreliose ist jedoch (da bakteriell) mit Antibiotika heilbar.

Bei einer evtl. Borreliose-Impfung ist folgendes zu beachten: Ein Hund, der Borrelien im Blut aufweist, soll keinesfalls gegen Borreliose geimpft werden, das kann im schlimmsten Fall die Krankheit auslösen. Daher zuerst den Titer bestimmen lassen, und ausschließlich bei einem negativen Befund impfen lassen, auch der Zeitpunkt der Impfung ist wichtig.

Hinzufügen wäre, dass in einem Impfvortrag derselben Klinik einige Jahre zuvor von Prof. Dr. Hartmann (Virologin) gesagt wurde, dass fast alle Hunde sich mit Borrelien infiziert haben, sofern sie Freilauf haben und mit Zecken in Berührung kamen. Der sehr überwiegende Teil der Hunde hat ein so gutes Immunsystem, dass er die Borrelien im Schach hält. Ganz wenige Hunde entwickeln Krankheitssymptome, die zudem meist nicht gravierend sind. Eine Borrelioseerkrankung lässt sich durch eine Antibiotikakur ausheilen, es besteht also keine Lebensgefahr. Die Impfrisiken sind bei dieser bakteriellen Krankheit höher, das Nutzen/Schadenverhältnis ist meist nicht tragbar.

FSME
Es gibt nur sehr wenige bekannte/erwiesene Fälle dieser Erkrankung beim Hund, der Befall in Deutschland dürfte unter 1 % liegen, und es gibt auch keinen zugelassenen Impfstoff für Hunde.

Jedoch kann in Ausnahmefällen mit dem für Menschen zugelassenen Impfstoff geimpft werden, z.B. wenn man einen Aufenthalt im Bayerischen Wald/Schwarzwald plant, wo dieser Erreger stark verbreitet ist.

HEPATITIS UND LEPTOSPIROSE
Es gibt praktisch keine Populationsseuche mehr aufgrund des Impfens. Einzelfälle treten auf, sind aber gut behandelbar.

Allerdings ist Leptospirose auf den Menschen übertragbar und zudem wirkt die Impfung nur ca. 6 Monate sicher. Die Tiere infizieren sich meist an stehenden Gewässern, Pfützen, Baggerseen über die Schleimhäute, wenn diese kleine Verletzungen aufweisen. Meine Ansicht: eine Impfung im Frühjahr erscheint mir sinnvoller, da im Winter die Gewässer weniger belastet sind, bzw. zugefroren und der Durst auch nicht so drängt, aus diesen Gewässern zu trinken.
Tipp: immer genügend Wasser bei Spaziergängen mit sich führen.

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