Unser erster Chi kam zu uns, als ich 1981 die Möglichkeit hatte, nur noch Teilzeit zu arbeiten.

Nach einer gewissen Eingewöhnung (Urlaub) war sie in der Regel von 08.00 – 14.00 alleine. Leider kann man nicht alles für die nächsten 10-15 Jahre fest planen und nach einigen Jahren musste ich auf Vollzeit wechseln, aber Oskar war glücklicherweise zu dieser Zeit dann um ca. 15.00 Uhr daheim, so dass es weiterhin keine Probleme gab. Ausserdem wohnten meine Eltern gleich um die Ecke und konnten immer mal einspringen. 1985 zogen wir dann allerdings nach Bayern und konnten auf sie nicht mehr zählen.

Wir wollten Shiwa  dann eigentlich eine Gefährtin geben, damit sie nicht so alleine ist, allerdings hat sie nichts und niemanden neben sich dulden wollen, so nahmen wir doch Abstand davon, was ich aus heutiger Erfahrung immer noch sehr bedauere.

Nach ihrem Tod im Jahre 1993 stand daher fest, entweder keinen oder zwei Chis zu uns zu holen. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt bereits wieder zur Teilzeit wechseln können.
Als es soweit war, waren erst einmal 4 Wochen Urlaub angesagt, da Arabella drei, Yasmin 8 Monate alt waren. In dieser Zeit haben wir sie sofort schrittweise an das alleine bleiben gewöhnt, was auch ohne Probleme abging. Nun sind  seit 1994 drei, seit 1995 mit kurzer Unterbrechung vier Chis bei uns, sie sind also nie ganz alleine, während wir die Knochen verdienen gehen.

In der Praxis sieht es seit Jahren so aus:
Ich habe meine Arbeitszeit so geregelt, dass ich nur vier Tage ins Büro gehen, Oskar kann ab und an daheim arbeiten, so dass sie oft auch nur drei Tage in der Woche ohne uns sind. Während der Abwesenheit haben sie die Möglichkeit, das Katzenklo (bei uns ein Stapel Zeitungen) zu benutzen. Beim aufwachen erst einmal Kuschelrunde mit allen, ich gehe morgens ca. ½ Stunde mit ihnen spazieren, (Oskar ist der total Morgemuffel) glücklicherweise wohnen wir so, dass wir sofort Grün vor der Tür haben, ohne erst weit laufen zu müssen, Frühstück für die Lauser, noch mal Kuschelrunde; Zum Abschied noch ein Leckerli für alle. Sobald ich daheim bin, können sie auf die Terasse, bei mir heisst es umziehen und dann gehen wir mindestens 1 Std. spazieren, den Rest des Tages sind sie mit uns zusammen, wir spielen und kuscheln mit ihnen und gegen 22.00 Uhr drehen wir die letzte Runde. Ins Bett dürfen sie alle, haben also auch nachts ständig Körperkontakt, wenn gewünscht. An meinem bürofreien Tag erledige ich dann schnell die Hausarbeit, die Einkäufe usw. Bis auf die Erledigungen im Supermarkt begleiten sie mich meist dabei. An diesen drei Tagen unternehmen wir so viel wie möglich mit ihnen, sorgen für Abwechslung, fahren in andere Auslaufgebiete usw.

Durch meinen „freien“ Tag und „Gleitzeit“ bin ich glücklicherweise in der Lage, bei Krankheiten usw. sehr flexibel reagieren zu können. Unsere Hunde waren noch nie alleine, wenn sie krank waren. So kommt es vor, dass ich erst um 11.00 Richtung Büro düse, weil ein Bienenstich gekühlt und behandelt werden muß, ein plötzlicher Arztbesuch ansteht usw.

Beispiel Gebärmutternentzündung bei Akira:
Sie hatte plötzlich einen blutenden Ausluss, logisch am Feiertag. Ärztin angerufen und hin, Untersuchung, noch vage Diagnose. Termin am nächsten Arbeitstag bei anderer Ärztin zum Ultraschall (mittags erst ins Büro). Zwei Tage später O.P. Termin.

Also Dienstag –Donnerstag kurzfristig Urlaub eingeschoben, Freitag mein freier Tag, Wochenende, Montag blieb Oskar noch daheim. Bis dahin war sie wieder voll dabei und konnte einige Stunden alleine bleiben.
Pumi – Kiefervereiterung: Diagnose: Zahn muß raus, evtl. muß gegraben werden, vorher zwei Tage Antibiotika.  O.P. Termin am Donnerstag morgen. Also 1 Tag Urlaub, Freitag und Wochenende daheim. Bis dahin war alles verheilt.

Erst jetzt im Mai 2001 hatte Yasmin eine Lungenentzündung, wo es mal wieder Arztbesuche, Krankenpflege und Beruf zu koordinieren galt. Da wir beide einen Job haben, in dem wir nicht mit Kunden bzw. Dienstreisen zu tun haben, konnten wir das relativ problemlos meistern, in dem immer einer von uns zu Hause blieb (Heimarbeit bzw. Urlaub oder Überstundenabbau).

Ich bin also heilfroh, es vor 20 Jahren trotz vieler „Unkenrufe“gewagt zu haben, mir meinen Kindheitstraum „Hund“ zu erfüllen.

Trotz allem möchte aber betonen, dass es einer wirklichen reiflichen Überlegung bedarf und man sich u. U. überlegen sollte, sich einen erwachsenen Hund anzuschaffen, da ein Welpe nicht gleich zu lange allein bleiben kann.

Eva + Rudel  

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