Ich habe einen Volltagsjob, den ich die Woche über 300 km entfernt von Mann, Tochter und Mischlingsrüde ausübe.

Aus ganz egoistischen Gründen habe ich mir deshalb einen Hund gewünscht, der mir die Einsamkeit in der Woche vertreibt. Also holte ich mir Georgie, einen mittlerweile 8 monatigen Chi. Natürlich hatte ich auch jede Menge Bedenken, ihn über 8 h allein zu lassen. Als Sofortmaßnahme habe ich meine Arbeitszeit umgestellt (wir haben Gleitzeit, da geht das). Ich fange jetzt um 6 Uhr in der Früh an zu arbeiten und bin gegen 15 Uhr zu Hause. Das habe ich in der Hoffnung getan, dass Georgie so früh sowieso noch müde ist und erst einmal, nach Gassirunde, noch ein paar Stunden schläft. Lief auch alles ganz prima, aber nach 2 Monaten war ich dann doch soweit, dass ich mir dachte: Tu ihm das nicht an. Er braucht für die Zeit einen Spielgefährten. Und so habe ich mir nach reiflicher Überlegung und Zuspruch aus Eurem Forum, den kleinen Ninja geholt. Und man sieht inzwischen der Wohnung an, dass sie sich über die Zeit meiner Abwesenheit zu helfen wissen. Komme ich dann um 15 Uhr, gehört der Nachmittag ihnen. Im Prinzip ausschließlich (was natürlich bei mir aufgrund meines "Single-Haushalts" in der Woche einfacher ist als für jemanden, der noch Familie zu versorgen hat).Wir gehen ca. 2 h spazieren(eigentlich müsste ich sagen, wir gehen jagen, fangen-spielen und um die Wette rennen).Von mir bis dahin beliebte Stadtbummel und Shopping werden kurz gehalten. Wir treiben uns auf Wiesen und in Parks rum und toben. Und das konsequent und jeden Tag, wenn es irgendwie das Wetter zulässt.

Auch kleine Hunde sind keine "Stubenhündchen" und ich glaube, dass man sich dieser Verantwortung auch stellen muss, wenn man einen aufgeweckten und "glücklichen" Chi sein eigen nennen will.

Im Prinzip also glaube ich schon, dass Berufstätigkeit und Hund - und insbesondere Chi - vereinbar sind. Es gilt halt nur ein paar Regeln zu beachten, man muss vielleicht seine Prioritäten neu ordnen
(8 h arbeiten und den Rest des  Nachmittags ständig nur stundenlange Telefonate mit der besten Freundin führen (mit dem Chi, der hübsch brav zu Füßen sitzt)oder gesittet (und möglichst bei Fuß) dann nachmittags Kaufhausbummel machen - das liebt sicher kein Hund auf Dauer), man muss sich selber mal wieder in Erinnerung rufen, dass eigentlich auch wir Menschen uns normalerweise viel zu wenig in der Natur bewegen. Ich glaube, dass mein einen Hund auf jeden Fall für halbtags alleine lassen kann, allerdings hätte ich auch da ein schlechtes Gewissen (welcher Mensch möchte schon 4 Stunden im Raum täglich eingesperrt sein ohne Kommunikationsmöglichkeit und Beschäftigungsmöglichkeit?), aber sicher gewöhnen sich die Hunde daran und finden es nicht einmal so schlimm, vorausgesetzt, wenn Frauchen oder Herrchen da sind, geht’s dann "hundgerecht" zu. Und ob man den Süßen dieses hundgerechte Leben dann nach der Arbeit bieten kann oder will, das ist in meinen Augen die Hauptfrage. Wenn Hund zusammen mit Herrchen oder Frauchen genügend hundgerechte Dinge in der Freizeit unternehmen, dann  ist sicher vieles machbar, auch für einen Einzelhund. Aber ich persönlich glaube, dass sich zuviele hauptsächlich mit der Frage beschäftigen, ob der Hund "so lange durchhält" und zuwenig mit der Frage: Und was macht der Hund danach? Vergleiche hinken zwar immer, aber für jede Familie, wo sich ein Kind einstellt, ist klar, dass das Familienleben (also die Freizeit, denn nicht jede Mutter kann aus finanziellen Gründen wegen Kleinkind aufhören zu arbeiten)jetzt anders abläuft. Darauf stellt sich auch jede Mutter ein. Und jeder zukünftige Hundebesitzer sollte das auch vorher abchecken. Also im Prinzip: nicht jeder kann es sich finanziell leisten wegen einem Hund nicht zu arbeiten, ich würde persönlich meine Arbeit auch vermissen, aber ich bemühe mich, Ausgleich zu schaffen. Und das bekommt mir sehr gut. Und ich glaube, meine beiden sind glücklich und aufgeweckt und guter Dinge.

Conny mit Georgie und Ninja (den die Familie kurzerhand in Charly umgetauft hat)

 

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