Ganztägig berufstätig und trotzdem ein Hund haben?
Meine Meinung: Nur, wenn man jemanden hat, der tagsüber auf den kleinen Liebling aufpasst.

Und hier, warum ich zu dieser Meinung kam:
Unseren ersten Hund (Chihuahua) kauften wir, obwohl wir beide ganztägig berufstätig waren. Wir haben uns dies folgendermaßen ausgemalt: Die Arbeitsstelle meines Mannes befindet sich ganz in der Nähe von unserer Wohnung, also kann er mittags heimfahren und mit dem Kleinen Gassigehen. Ich komme dann so gegen vier Uhr von der Arbeit. Der Kleine wird so drei, dreieinhalb Stunden am Stück alleine sein. Dies können wir ihm doch zumuten.

Gedacht, getan.
Da für das Aufziehen eines Welpen unser Urlaub nicht ausgereicht hätte, haben wir uns extra für einen etwas älteren Chihuahua entschieden, einen, der halt schon aus dem Gröbsten raus war.

Alles klappte auch ganz gut, aber schon mit viel Hektik ... Nicht immer kann man halt den Bleistift pünktlich fallen lassen und das Büro verlassen.  Auch muss daran gedacht werden, dass die Arbeitssituation sich plötzlich ändern kann: Beförderung, mehr Arbeit, andere Arbeitszeiten, neuer Arbeitgeber usw.

Auch die seelische Belastung ist nicht zu unterschätzen. Ein schlechtes Gewissen war unser ständiger Begleiter. Wir haben immer wieder an unseren Kleinen denken müssen und uns gefragt, wie es ihm wohl jetzt geht so ganz alleine daheim. Auch sollte daran gedacht werden, dass ein Hund auch mal krank werden kann. Im schlimmsten Fall nicht nur für ein, zwei Tage. Wer passt dann auf ihn auf?
Und auch dies sollte nicht vergessen werden: Auch ein Hund kommt in die Jahre und wird pflegebedürftiger.
Und was ist, wenn ihm etwas passiert während er ganz alleine in der Wohnung ist?

Wir hatten Glück: Schon ein paar Monate nachdem wir den Kleinen zu uns geholt hatten, ging eine Nachbarin von uns in Rente und bot sich an, tagsüber auf unseren Kleinen aufzupassen, und dies sogar ganz ohne Bezahlung. Sie war froh jemanden zu haben, für den sie sorgen konnte. Unser Kleiner hatte also nun zwei Familien. Und dabei blieb es bis er vor sechs Jahren starb.

Eins muss man natürlich bedenken, wenn man sich gewissermaßen ein Tierchen "teilt": Jeder hat so seine eigenen Vorstellungen was ein Hund fressen darf/soll bzw. was für einen Hund gut ist oder nicht. Dies bedeutet, man muss als Hundebesitzer Kompromisse eingehen. Auch dann, wenn für das Hundesitting bezahlt wird. Außerdem kann auch etwas Eifersucht aufkommen. Zum Beispiel, bei wem ist der Hund nun lieber. Trotzdem, uns ist es lieber ein paar Kompromisse hinzunehmen als ein Tier zu lange alleine lassen zu müssen.

Also noch mal: Wir schaffen uns als Berufstätige auf alle Fälle nur noch einen Hund an, wenn wir jemanden haben, der tagsüber auf ihn aufpassen kann. So was kann vor einem Kauf abgesprochen werden. Vielleicht kann man ja auch zusammen einen Hund aussuchen.

So sind wir verfahren als wir uns zum zweiten Male für den Kauf eines Hundes entschieden haben.
Wir sind der Meinung, es tut keinem Hund (und anderem Tier) gut, viele Stunden auf sich selbst gestellt zu sein. Was soll er auch schon groß machen. Er kann nicht lesen, nicht TV schauen oder sonst wie sich ablenken. Er sitzt/liegt wahrscheinlich die ganze Zeit in seinem Körbchen und wartet bis Frauchen/Herrchen wieder auftauchen. Und dies Tag für Tag, Jahr für Jahr. Dies kann doch nur abstumpfend auf ein Tier wirken.

Es ist schön, einen Hund (oder anderes Tier) zu haben. Aber man sollte nicht einen Hund kaufen, nur weil es für einem selber sooooo schön ist.
 
Karin, Chris & Chi Xamino 

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