Chihuahuha und Beruftstätigkeit – viele werden jetzt denken, Tierquälerei oder wie geht das? 

Ich kann hier nur meine eigenen Erfahrungen schildern und es wird wohl auch kein Patentrezept sein, aber ich hoffe, dass es vielleicht doch dem Einen oder dem Anderen helfen kann. 

Vorweg muss ich sagen, dass ich mit Hunden aufgewachsen bin und dass es immer ein großer Traum von mir war, einen eigenen Hund zu besitzen. Dies erschien mir aber durch meine Berufstätigkeit unmöglich. Also, habe ich mir als Alternative einen Kater und eine Katze angeschafft. Im letzten Jahr habe ich durch Zufall zum ersten Mal in meinem Leben einen Chihuahua gesehen und es war Liebe auf den ersten Blick zu dieser Rasse. Mir war klar, so einem kleinen Zwerg, der nur halb so groß wie meine Katzen ist, möchte ich auch ein Zuhause schenken. 

Ich habe meinen Pikatschu dann am 12. Januar diesen Jahres im Alter von 10 Wochen von der Züchterin Christel Willers aus Steiburg gekauft. Vielleicht habe ich ein bisschen unüberlegt gehandelt, eben weil ich berufstätig bin. Aber ich wollte auch nicht warten, bis ich irgendwann in Rente bin, denn ich bin erst 25 Jahre alt. 

Zuhause angekommen mit dem kleinen Wurm, habe ich ihn als erstes mit meinen Katzen bekannt gemacht. Ein Pfotenhieb von meinem Kater und es war erst mal klargestellt, wer hier der Chef ist und bleiben wird und gleichzeitig war es der Anfang einer wunderbaren Freundschaft zwischen den Beiden. Am Abend habe ich ihn absichtlich nicht mit ins Bett genommen, sondern ihn in sein Körbchen genau vor mein Bett gestellt (so schwer es mir auch fiel!). Dies tat ich aus zweierlei Gründen: 1. damit er nachts nicht im Dunkeln aus dem Bett springt und sich womöglich ein Beinchen bricht und 2. damit er sich in den ersten Tagen nicht zu sehr an mich gewöhnt, sondern auch merkt, dass ich da bin, aber nicht ganz weg.
Dies hat auch wunderbar geklappt. Er hat weder nachts geweint, noch ist er durch das Zimmer gelaufen. Er hat ganz brav in seinem Körbchen geschlafen und ich musste ihn morgens sogar wecken. (Habe ihn dann ins Bett gehoben und er fing an, mir wie ein Irrer das Gesicht abzuschlappern und je mehr ich lachte, desto energischer wurde er! ) Die ersten 4 Tage habe ich also Urlaub genommen und dann war gleich Wochenende. Also hatte Pikatschu Zeit, sich 6 Tage daran zu gewöhnen, dass ich zu Hause bin.
In diesen sechs Tagen habe ich ihn immer mal für ein paar Minuten alleine (natürlich mit den Katzen) gelassen.Meine Tante hatte die Aufgabe (sie wohnt direkt über mir), zu horchen, ob er weint oder bellt. Ich konnte ja nicht selber im Treppenhaus warten oder womöglich aus dem Garten in die Fenster gucken, das hätte er ja sofort spitz bekommen. Aber...nichts. Kein Mucks. Am letzten Tag kam ich ins Wohnzimmer und Pikatschu und mein Kater „Tequila“ lagen dicht aneinander gekuschelt im Körbchen. Ich arbeite von um 06.30 Uhr morgens bis 14.00 Uhr mittags. Die erste Woche als ich anfing zu arbeiten, bin ich in der Frühstückspause um 09.00 Uhr und in der Mittagspause um 12.00 Uhr nach Hause gefahren (wohne zum Glück nur 5 Minuten von der Arbeitsstelle entfernt), um nach dem rechten zu gucken. – Alles in Ordnung! Keinerlei Probleme. Pikatschu hatte nicht gebellt und auch sonst keinerlei Unsinn gemacht. 

Nun könnte man vielleicht sagen, ein Glücksfall, da es bei anderen Hunden mit Sicherheit mehr Probleme gibt. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Als ich noch Schülerin war, hatte ich einen American-Staffordshire, den man nicht mal 5 Minuten alleine lassen konnte. Ich habe damals alles probiert, aber ... es war einfach nichts zu machen. Obwohl ich diesen auch als Welpe bekommen habe. Ich habe von A – Z alles probiert. Ich habe es dann nachher so gelöst, dass er tagsüber zu einer „Pflegerin“ gekommen ist. 

Aber zurück zu Pikatschu. Die nächste Woche bin ich dann nur noch in der Mittagspause nach Hause gekommen und die Woche darauf bin ich erst um 14.00 Uhr nach Hause gekommen. Es lief und läuft super! Ich lasse ihm jeden Tag das Radio an, lasse alle Räume frei zugänglich für ihn und bevor ich mich morgens verabschiede, bekommt er ein kleines Leckerlie (Kaustange, Drops, etc.), damit er das Weggehen, mit etwas Positivem verbindet. 

Wenn ich von der Arbeit komme, ist mein erster Gang der zur Terrassentür und ich lasse erst mal alle drei in den Garten. Danach wird mindestens eine Stunde mit Pikatschu spazieren gegangen („Tequila“ kommt selbstverständlich und völlig freiwillig mitgelaufen). Und am Wochenende unternehmen wir auch immer ganz viel. (Mittlerweile darf er dann auch im Bett schlafen!) Auch sonst, nehme ich ihn überall mit hin. Manchmal sagen meine Bekannten und Verwandten schon Frau Moshammer zu mir! Ich würde am liebsten 24 Stunden am Tag mit ihm verbringen...aber es muss ja einer das Hundefuttergeld verdienen gehen! 

Das praktische bei der ganzen Sache ist, dass Pikatschu von der Züchterin aus schon daran gewöhnt war, aufs Katzenklo zu gehen und sich somit lösen kann, wann er möchte. (Zum Spazieren gehen bewahrt er sich aber immer noch ein bisschen auf!)
Wie gesagt, dies hier ist keine Patentlösung und mit Sicherheit nicht auf jeden Chihuahua umsetzbar, da jeder dieser kleinen süßen Mäuse seinen eigenen Charakter hat.

Falls jemand noch Fragen hat, ich beantworte diese gerne und freue mich über jedes Statement.
Ich denke, dass es auch viel damit zu tun hat, dass Pikatschu sich sooo toll mit dem Kater versteht, ansonsten wäre es wahrscheinlich alles nicht so glatt gelaufen, wenn er ganz alleine gewesen wäre, hätte ich mit Sicherheit jeden Tag ein schlechtes Gewissen auf der Arbeit und hätte mir mit Sicherheit keinen Chihuahua angeschafft.
Apropros Arbeit, mein Chef hatte mir auch angeboten, den Zwerg doch mit zur Arbeit zu nehmen, aber ich habe dieses Angebot nicht angenommen, da ich es etwas „unhundisch“ finde, wenn der arme Zwerg hier den ganzen Tag auf einen Fleck liegen muss und das alles in dem Elektro-Smog. Außerdem würden Tequila und er dann wahrscheinlich vor Sehnsucht nacheinander sterben.Also, falls es mit dem Chihuahua und dem Alleinbleiben nicht so klappt, wie wäre es dann mit einer Katze??? 

Ich habe auch beobachtet, wenn ich einmal Urlaub habe, dann schläft Pikatschu die meiste Zeit, in der ich normalerweise auf der Arbeit wäre. Somit weiß ich, was er so tagsüber tut: Mit Tequila kuscheln und toben.Nun schläft er vielleicht noch viel, weil er jung ist. Ja, das habe ich mir schon einige Male überlegt, aber ich denke, wenn es einmal nicht mehr klappen soll, aus welchen Gründen auch immer, dann würde ich mich wohl dafür entscheiden, nur noch einen halben Tag zu arbeiten. Irgendwie würde das schon klappen. 

Ach, so, etwas ganz wichtiges habe ich noch vergessen zu erwähnen. Am Anfang hat Pikatschu immer gebellt, wenn er meine Nachbarn durch die Terrassenscheibe gesehen hat. Dies ist bei einem Welpen vielleicht ganz niedlich, aber man muss unbedingt darauf achten, ihm das von Anfang an zu untersagen, da er sonst später leicht zu einem „Kläffer“ werden kann. 

So, ich denke, ich habe genug geschrieben und bin auch genug vom Thema abgewichen und habe „drumherum“ geschrieben, aber ich hoffe, es hilft ein wenig, bei der Überlegung zum Thema Chihuahua und Berufstätigkeit. 

Nadine Müller

 

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