Wir bedanken und ganz herzlich bei Dagmar und Michael Klein, Papillon-Züchter,
deren Artikel wir hier veröffentlichen.

Vielleicht könnte ja der eine oder andere denken, dass ich nun zu diesem Thema mich gar nicht äussern dürfte, da ich selbst ein Züchter bin und somit auf eine Art "parteiisch", doch war ich selbst mal nur privater Hundekäufer - heute Züchter und ich denke gerade deshalb brennt es mir auf der Zunge und in der Tastatur, meinen Senf dazu beizutragen und vielleicht doch dem einen oder anderem zu helfen, sehr kritisch oder noch kritischer bei seinem Hundekauf vorzugehen.

Ich werde auch an dieser Stelle keine Lobeshymne auf meine Zucht oder auf meine Hundehaltung singen, natürlich sind wir bemüht alles richtig zu machen und unseren Hunden gerecht zu werden, aber wir sind auch nur Menschen und die machen nun mal alle ihre Fehler, die einen mehr, die anderen weniger, aber keiner ist wohl perfekt!

Die Hundekauf-Aktion brennt mir aber deshalb so auf der Zunge, weil ich nun schon mehrfach festgestellt habe, dass man bei der Auswahl des Züchters und des Hundes nie kritisch genug sein kann.

Wie fängt es denn an? Man interessiert sich für eine Rasse und sucht nach Züchteradressen. Entweder bekommt man diese von einem Dachverband, oder aus einer Hundezeitschrift oder aus dem Internet. Und meistens ist mit dem Besuch des ersten Züchters den man auf seiner Liste hat schon alles geschehen, denn man kommt dahin, sieht die süssen Hundebabies und geht mit einem nach Hause. So sollte es aber in den wenigsten Fällen sein!!! Sie glauben nicht wie viele frustrierte Hundekäufer wir am Hundeplatz mit Ihren Hunden bekamen, die von Züchtern erzählten dass einem fast schlecht wurde, aber den Hund haben sie trotzdem mitgenommen, "der war doch sooo süss!".

Lassen Sie bitte nicht nur ihr Herz entscheiden, besuchen Sie mehrere Züchter und wenn Sie dann doch beim ersten landen, dann ist doch alles prima! Durch das Anschauen verschiedener Zuchtstätten, können Sie einen Blick dafür bekommen, ob alles ok ist oder doch nicht alles so ist, wie es zu sein scheint....

Beobachten Sie die Hunde genau! Wie verhalten sie sich zueinander? Haben Sie den Eindruck, dass die Hunde immer zusammen sind oder nur während ihres Aufenthalts? Ich krieg heute noch regelrecht die Krise, wenn Züchter erklären, dass sie ihre Hunde nicht wegsperren, dass immer alle zusammen im Rudel gehalten werden und das Verhalten der Vierbeiner zeigt offensichtlich, dass dies nicht der Fall ist. Meiner Meinung nach muss ein Züchter, der nicht in der Lage ist, die Hunde im Rudel zu halten, sei es weil sich zwei in der Gruppe dauernd bekriegen oder weil die Rüden das Markieren im Haus nicht sein lassen, dieser Züchter muss sich entweder von einem Hund trennen oder durch Arbeiten an der Gruppe doch versuchen, Harmonie reinzubringen. Wir belegen in der Rangordnung die erste Stelle und haben sehr viel Einfluss auf das Geschehen im Rudel. Nur weil ein Hund ein Superchampion ist, oder weil ein Rüde ein TOP-Deckrüde darstellt, ist das für mich absolut kein Grund, diesen in den Keller zu sperren, oder eben auf eine andere Art ihn von der Gruppe fernzuhalten. Eine Zucht darf NIE so wichtig sein, dass man einem Hund nicht mehr in seinem Dasein gerecht wird. Natürlich bin ich nicht dafür, sich laufend Hunde einzukaufen und klappt es nicht – wieder weg damit! Klar steckt viel Arbeit dahinter eine harmonische Gruppe zu haben, aber es kann trotzdem mal passieren, dass man zwei furchtbar dominante Hunde hat und eben in diesem Fall denke ich ist es für den Hund besser, ihm ein neues Zuhause zu suchen. Oder der Fall mit den Rüden. Wenn man sich nicht damit abfindet, dass bei Deckrüden, vor allem wenn man mehr als einen hält, nun doch mal im Haus der eine oder andere Türrahmen markiert ist, was also mehr Arbeit im Alltag bedeutet, kriegt man das nicht auf die Reihe, dann darf man als Züchter keine Rüden halten oder eben so lange an ihnen arbeiten, bis einem gelingt, dass sie das nicht mehr tun, was aber in den seltensten Fällen klappt, denn das hat nichts mit Stubenreinheit zu tun.

Nun gut, wie gesagt, achten Sie bitte sehr genau auf das Verhalten der Hunde zueinander und glauben Sie nie blind allem, was Ihnen der Züchter erzählt, das was Ihr Auge sieht ist Gold wert!! Und Sie können Ihr Auge nur dadurch trainieren, wenn Sie mehrere besuchen! Wenn Sie sich für eine Rasse entschieden haben ist es doch sicherlich auch eine Freude, mehrere Vertreter davon zu sehen!

Wir hatten vor einigen Monaten Papillon-Interessenten zu Besuch. Ich habe Ihnen genau das nahegelegt, was ich hier niederschreibe. Vor einiger Zeit habe ich dann die Leute getroffen und habe nachgefragt ob sie sich denn nun einige andere Züchter angeschaut haben und siehe da – sie waren bereits bei insgesamt 6 Züchtern und haben sich für meinen Rat bedankt! Ich denke sie werden auch noch einige mehr besuchen, denn sie haben inzwischen richtige Freude daran, verschieden Rudel und die Züchter zu beobachten.

Was auch noch wichtig ist, Ihnen sollte bei jedem Züchter immer die Tür offenstehen – nicht nur wenn Welpen im Haus sind!!! Wenn Sie abgewimmelt werden nur weil keine Babies im Haus sind, vergessen Sie diesen Züchter gleich und rufen den nächsten an! Ein Züchter sollte so seine Rasse lieben, dass er sich über jeden Besuch freut, der seine Hunde kennenlernen möchte und sollte auch immer bemüht sein, demjenigen, der diese Rasse kennenlernen will, sie auch nahezubringen, sie vorzustellen und seine Hunde zu zeigen!

Beobachten Sie auch das Verhältnis des Züchters zu seinen Hunden, das bedeutet: nehmen Sie Zeit mit, gehen Sie nicht gleich nach einer Stunde wieder nach Hause, bleiben Sie einen Nachmittag lang, wenn es die Umstände erlauben, machen Sie gemeinsam einen Spaziergang, da sieht man ebenfalls sehr viel oder bleiben Sie einfach ein paar Stunden zum Kaffee da und beschäftigen Sie sich mit spielen und beobachten, ich verspreche Ihnen Sie werden viel sehen!

Was Sie dann ebenfalls beobachten können wird sein, ob die Welpen im Rudel gehalten werden oder ebenfalls nur während Ihres Besuchs zusammengelassen werden! Gehen die Welpen den erwachsenen Hunde eher aus dem Weg oder verhalten sich unsicher, spielen nicht mit usw. dann können Sie meistens davon ausgehen, dass die Kleinen den Alltag mit dem Rudel nicht gewohnt sind. Meiner Meinung nach ist es aber furchtbar wichtig für das Sozialverhalten der Welpen, dass sie in der Gruppe leben, denn die Gruppe erzieht die Welpen mit, nicht nur die Mutter. In jedem gut funktionierenden, harmonischen Rudel ist es kein Problem die ganze Bande zusammen zu lassen.

Falls Sie sich noch nicht sicher sind was Sie möchten – Rüde oder Hündin; Welpe oder Junghund; der ehrliche Züchter wird Sie beraten! Werden Sie bitte skeptisch wenn der einzig richtige Hund für Sie ein Rüde ist, nur weil der Züchter nur noch Rüden anzubieten hat!

Der Preis ist auch noch ein Punkt, der anzusprechen ist! Gibt es bei den Hunden verschiedene Preiskategorien, hinterfragen Sie bitte warum!!! Glauben Sie mir, Sie werden nicht glücklich sein, wenn Sie nach Hause gehen mit einem billigen Hund und dann Tierarztrechnungen ohne Ende auf Sie zukommen! Es muss doch einen Grund haben warum der eine Hund mehr als der andere kostet und wieder gilt, glauben Sie nicht alles was Sie gesagt bekommen! Hat der Hund wirklich nur ein paar kleine Schönheitsfehler und der Züchter gibt ihn deswegen billiger her, spricht nicht immer unbedingt etwas dagegen, doch ist oft für das Laienauge schwer zu beurteilen ob es tatsächlich nur die Kleinigkeiten sind...

Lesen Sie sich den Kaufvertrag des Züchters durch! Besteht er auf das Vorkaufsrecht im Falle dass Sie das Tier wieder hergeben wollen/müssen? Das sollte er auf jeden Fall! Was garantiert der Züchter im Kaufvertrag?

Das sind alles Aspekte, die Sie im Vorfeld abklären können, denn vergessen Sie bitte nicht, Sie holen sich ein weiteres Mitglied in die Familie, das im normalen Fall ca 15 Jahre mit Ihnen durchs Leben gehen wird.

Haben Sie nun aber den Züchter gefunden, dem Sie glauben und vertrauen, dessen Einstellung und Hundehaltung Sie überzeugt hat, dann stürzen Sie sich bitte trotzdem nicht blind auf irgend einen Welpen, sondern bitten Sie den Züchter um Hilfe bei der Wahl, vielleicht hat er ja in diesem Wurf gar keinen drin der zu Ihnen passt! Haben Sie eine eher lebhafte Familie, unternehmen Sie viel? Dann brauchen Sie einen selbstbewussten aktiven Hund! Ihr Züchter wird Ihnen helfen, auch bei Ihrer Entscheidung ob eher ein Rüde oder eine Hündin zu Ihnen passt! Es hat sich auch öfters erwiesen, dass die Rasse an sich gar nicht zu einem passt oder zu der Situation in der man lebt, nehmen Sie es dem Züchter, der Ihnen dann keinen Hund verkauft bitte nicht übel, der ist wenigstens nicht nur aufs Geld aus! Schauen Sie sich dann um, die Hundewelt bietet sehr viel! Eine grosse Hunderasse hat zum Beispiel nichts in einem Hochhaus in der Innenstadt verloren, egal wie sehr man diese Rasse auch mag, aus Liebe zu diesem Hund sollte man auf ihn verzichten!

Sie sehen, der Einzug und vor allem der Kauf eines Hundes, entscheidet man sich für einen Rassehund, sollte sehr wohl bedacht und überlegt sein. Mit gesunder Skepsis aber werden Sie sicherlich den zu Ihnen passenden Hund finden und sehr viel Freude an "dem besten Freund des Menschen" haben.

Denn jemand der im Leben noch nie die Bindung/Beziehung zu einem Hund und die Liebe eines Hundes geniessen konnte, weiss gar nicht was wahre Freundschaft ist!

Dagmar Klein
Bitte besuchen Sie auch die Homepage von Fam. Klein mit den schönen Papillons http://www.papillons.de

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