September
Am 03.09. hat sie in der Nacht einen erneuten Anfall, der Körper zuckt, sie wirkt angestrengt, hechelt. Ich halte sie ganz feste im Arm, sie beruhigt sich, schläft ein. Am 10.09. wieder ein leichter Anfall unkontrollierter Zuckungen, der ca. 10 Min. anhält, die Wanderungen durch die Wohnung werden weniger, sie schläft sehr viel und fest.

17.09.
06.30
Osiris hat einen starken Anfall, der ganze Körper zuckt, sie lässt sich nicht beruhigen. Sie bekommt sofort Relaxan (ein Beruhigungsmittel) aber diesmal wirkt es nicht.

Gegen 09.00 Uhr erreiche ich unsere TA, wir können sofort kommen. Ihr Herz ist schwach und rast, sie bekommt 0,3 ml Valium gespritzt. Sie wird nach ca. 5 Min. ruhiger, die Zuckungen hören auf. Die Ärztin ist sehr besorgt,  gibt uns für Notfälle noch eine Spritze mit Valium mit. Daheim schläft sie nicht, sitzt nur da, die Augen wirken verschleiert. Nach ca. ½ Stunde gibt sie Zeichen, dass sie Hunger hat und futtert eine grosse Portion. Gegen 13.00 Uhr schläft sie ein, ich wecke sie gegen 21.00 Uhr, damit sie noch etwas essen und pieseln kann.

Gegen 23.30 Uhr im Bett bekommt sie wieder – glücklicherweise nur minimale – Zuckungen.

Ich halte sie die ganze Nacht im Arm, wo sie sich wohlfühlt. Ich habe kein gutes Gefühl, mein inneres sagt mir, ich muß Abschied nehmen.

18.09.02
Am anderen morgen um 06.45 ist sie nervös, unruhig, plötzlich beginnen wieder die Zuckungen, werden plötzlich heftiger. Ihr Blick ist eher stumpf, teilnahmslos. Die Zuckungen werden heftiger, wir spritzen ihr sofort 0,3 ml Valium, es wirkt nach 30 Minuten noch nicht.

Oskar und ich haben oft darüber geredet und sind uns einig, ein stummer Blick zwischen uns reicht. Wir lieben Osiris zu sehr, leiden darf sie nicht.

Ich rufe um 07.45 die TA an, berichte alles und bitte sie, uns zu Hause zu besuchen.

Wir spritzen Osiris nochmals 0,2 ml Valium, sie wird endlich ruhiger, liegt abwechselnd in Oskars bzw. meinen Armen.

Um 09.00 kommt die TA, untersucht Osiris nochmals. Auch sie sieht keine Hoffnung.

Oskar nimmt sie liebevoll in den Arm, verabschiedet sich und legt sie mit den Worten „bei dir ist sie immer ruhiger“ in meinen Arm.

Um 09.15 bekommt Osiris eine starke Narkosedosis gespritzt, während sie in meinem Arm liegt. Sie liegt ganz friedlich, beisst mich beim Einstich noch einmal in den Arm.

Um 09.20 kein Herzschlag mehr,

sie ist in Frieden auf der anderen Seite des Regenbogens angekommen.

Sie war eine Bereicherung unseres Lebens, wir haben mit und von ihr viel gelernt.

Unser Versprechen haben wir gehalten.

 

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