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Welpe oder erwachsener Hund?

EVA:
Shiwa und Arabella haben wir als Welpen aufgenommen, es ist herrlich. Ein Welpe braucht in der Anfangsphase allerdings wesentlich mehr Aufmerksamkeit als ein Junghund oder erwachsener Hund. Ein Welpe ist noch nicht stubenrein, kann nicht gleich 5-6 Stunden alleine bleiben usw. Für gänzlich unerfahrende Ersthundebesitzer, die noch berufstätig sind, kommt hier u. U. ein erwachsener Hund von einem seriösen Züchter in Frage, der gut sozialisiert ist und den Wechsel recht leicht verkraftet. Beim Kauf eines Welpen sollte man also rechtzeitig den gesamten Jahresurlaub einplanen. Ein erwachsener Hund hat unter Umständen eine Vorgeschichte, das ist zu bedenken, aber nicht unbedingt ein großes Problem.

BETTINA:
Meine Tapsi (mein erster Chi) kam mit 3 Jahren zu mir, Tortellini zog mit 8 Jahren ein. Tapsi ist ein kleiner Eigenbrötler, der sich aber mit den anderen Rudelmitgliedern arrangiert hat, sie war vorher Einzelhund. Tortellini stammte aus einer ca. 30 Hunde umfassenden Meute und hat sich problemlos mit jedem Hund vertragen, nur mit Tapsi gab es bezüglich der Rangordnung ab und zu mal Rangeleien, aber nichts ernstes. Meine anderen Hunde waren Welpen, die sich schnell integriert haben. Ein Chi ist sehr anpassungsfähig, Hauptsache er darf überall dabei sein. Ich würde jederzeit auch zu einem bereits erwachsenen Hund raten, kleine bereits erworbene Eigenheiten stellen bestimmt kein größeres Problem dar. Ich habe es nie bereut, eine 8jährige Hündin aufgenommen zu haben; sie war die Seele des ganzen Rudels, immer bereit es zu verteidigen und ging bei Streitereien zwischen den Chis auch dazwischen um für Ordnung zu sorgen. Tortellini war mir sehr zugetan,aber durchaus nicht unterwürfig sondern selbstbewusst und einzigartig liebevoll – sie war mein bester Freund, den ich unheimlich vermisse. Ich würde daher jederzeit wieder einen mehrjährigen Chi aufnehmen.

Es macht natürlich viel Spaß, einen jungen Hund aufwachsen zu sehen. Aber es gibt auch erwachsene Chi, die ein dauerhaftes Zuhause suchen. Erwachsene Chi stellen nach meiner Erfahrung kein Problem dar; kommt man ihnen liebevoll und freundlich entgegen, schließen sie sich genauso eng an ihren Menschen an wie ein junger Hund, es dauert vielleicht nur etwas länger. Gerade ein älteres Tier kann sehr dankbar sein, ein liebes Zuhause gefunden zu haben. Ich appelliere – auch wegen meiner eigenen Erfahrungen - deshalb an alle potentiellen Hundehalter: Bitte auch in Erwägung ziehen, einen bereits ausgewachsenen Hund aufzunehmen (der zudem schon stubenrein ist) – mit eventuell bereits erworbenen Eigenheiten des Hundes wird man mit Einfühlungsvermögen und etwas Verständnis bestimmt klarkommen.

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