Rudelhaltung-VI

Wo seht ihr gravierende Unterschiede in der Rudelhaltung zur Einzelhaltung und wie verläuft die Eingliederung neuer Rudelmitglieder, evtl. auch Problemhund?

BARBARA:
Die ruhige, phlegmatische, ängstliche, scheue Vicki wurde schnell munterer und selbstsicherer. Legte anfangs großen Wert auf ihre Alpha-Rolle bei mir, strafte sonst Kimura mit Desinteresse. Ist sich meiner Zuwendung inzwischen sicherer geworden. Trotzdem brauchen aber beide alles gleichzeitig. Deshalb besser immer nur so viel Hunde, wie Hände zur Verfügung sind.
Vicki bleibt passiv, wenn Kimura sie mit ihrer Quirligkeit nervt. Kann aber mit einem kurzen Knurr die K. zurechtweisen, wie ich es nicht bringe.
Kimura hängt an Vicki, macht zu Hause alles und nur mit ihr. Wenn V. nicht kommt, kommt K. auch nicht. Wenn V. eine unbekannte Belohnung frisst, frisst K. sie auch. Schiebt sich beim Schmusen zwischen V. und mich. Schnappt inzwischen mal nach V., wenn ich sie nicht gleichzeitig streichle. Kimura will mehr spielen und toben als Vicki. Dann kommt K. auch mal zu mir, wenn Vicki aber gut aufgelegt ist, bin ich abgemeldet.

EVA u. OSKAR:
Nach unseren Erfahrungen übernehmen die bisherigen Rudelmitglieder die Eingliederung des/der neuen Mitglieder. Wir haben inzwischen 3 Rudeleingliederungen hinter uns, die alle relativ problemlos verlaufen sind. Unsere Akira z.B. war ein Hund mit Vorgeschichte. Sie kam im Alter von 6 Jahren zu uns, hatte 3-4 Vorbesitzer, wurde offenbar von Kindern gequält, hatte panische Angst vor Männern, Bällen, Zeitungen usw. Nun kam sie in das Rudel von Yasmin und Arabella (zu der Zeit 1,5 und 1 Jahr alt). Sie hat bei ihr unbekannten Situationen grundsätzlich auf die beiden anderen geachtet, blieben diese ruhig, wurde sie es auch wieder. So lernte sie z.B. nach einiger Zeit, dass eine herunterfallende Zeitung keinesfalls Gefahr bedeutet, da Yasmin und Arabella dies überhaupt nicht zur Kenntnis nahmen. Den unermüdlichen Spielaufforderungen von Arabella kam sie nach einigen Wochen ebenfalls (wenn auch erst zaghaft) nach und wurde somit zeitlebens Arabellas liebste Spielkameradin. Kleine Probleme gab es allerdings mit Yasmin, die zu diesem Zeitpunkt bereits Chefin war und der sie nach einigen Monaten diesen Rang streitig machen wollte.
Pumila kam mit 4,5 Jahren zu unseren drei Chis im Alter von 2,5, 2 und 7 Jahren. Dana war 2,5 Jahre alt, als wir sie nach dem Tod von Akira ins Rudel holten (inzwischen, 7,5, 7 und 9 Jahre alte Hunde). In beiden Fällen gab es keinerlei Probleme, beide lebten auch vorher in einem Rudel und hatten sich nach kurzer Zeit eingelebt.

Definition Problemhund: Ein Chi, der bereits eine bewegte Vergangenheit (wie z.B. verschiedene Halter, Tierheimaufenthalt, schlechte Behandlung, Vernachlässigung usw.) hinter sich hat. Ein erwachsenes Tier (wie z.B. Hündin/Rüde die vom Züchter aus der Zucht genommen werden), fällt nicht unter diese Definition.
In diesem Fall ist es für Mensch und Hund am einfachsten, den Chi in ein bereits bestehendes Rudel einzugliedern. Das wichtigste von Seiten des Menschen ist hier: Vertrauen schaffen, Geduld und Liebe zeigen. Alles andere lernt er am einfachsten und schnellsten von den anderen Rudelmitgliedern.

 

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