Hier nun der Bericht einer Halterin, die sich ganz bewusst für einen erwachsenen Chi entschieden hat.

Wie Vicki und ich zusammenkamen:

da mein über alles geliebter Hund gestorben und ich nach 4 Wochen nur noch krank war, musste gaaanz schnell wieder ein Hund ins Haus. Meine Arbeitssituation ließ es nicht zu, Urlaub zu nehmen, wie es nötig wäre, um einen Welpen aufzunehmen, obwohl ich zu Hause arbeite, so dass der Hund nie allein ist.

Weil ich immer schon von einem Chi geträumt hatte, reagierte ich auf eine Anzeige in der Zeitung:
4-jährige Chi-Hündin zu verkaufen.

Sie sollte abgegeben werden, weil sie zum Decken nicht geeignet und vom Rudel nicht akzeptiert war.
Sie hatte so ein liebes Gesicht und zeigte keinerlei Interesse, wieder von meinem Schoß runterzukommen. Wir haben uns sofort gemocht. Beim suchen der Papiere stellte sich dann heraus, dass Vicki schon 6 Jahre alt war und bereits geworfen hatte, beim letzten Mal mit Kaiserschnitt.

Auf ihrer ersten Autofahrt mit mir saß sie ganz ruhig und gaaanz dicht an mich gelehnt. In ihrem neuen Zuhause begann sie sofort vorsichtig die Eroberung, schnüffelte sich einmal rundum und quer durch die Wohnung. Fand schließlich einen Hundekorb, kam zu mir, guckte mich an, ging wieder zum Korb, kam wieder ... sie brauchte die Erlaubnis, ihn zu benutzen :-)

Selig lag sie dann dort und genoss die Ruhe, die sie im Rudel nie hatte.

Als ich sie zum ersten Pinkelgang rief, kam sie sofort! Zunächst ließ ich sie an der Leine. Es zeigte sich, dass sie vor Hunden sehr große Angst hatte und panisch irgendwohin rannte. Mit Ruhe und Geduld blieb sie dann immer öfter bei oder hinter mir. Ansonsten war sie sehr gut erzogen: absolut sauber, hörte aufs Wort, ging zum Beispiel immer hinter mir rum auf meine linke Seite. Das lernt ein Hund wohl nur in der Hundeschule.

Ich weiß aus ihrer Vorgeschichte aber nur, dass sie ca. 3 Jahre mit einer alleinstehenden Frau gelebt hat, bevor sie zu dem Züchter kam, von dem ich sie kaufte. Bald konnte ich sie in ruhiger Gegend ohne Leine laufen lassen. Eine "Macke" hat sie bis heute: sie läuft nur hinter mir! Ansonsten ist sie z.B. die perfekte Wächterin für meine Sachen: Am Strand legt sie sich unaufgefordert drauf und lässt niemanden in die Nähe und aus meiner Wohnung kann auch in meiner Gegenwart nichts entfernt werden, ohne dass sie ihre Zähne in den Fersen des "Diebs" hat -- und sei es ein alter Kühlschrank, den ich gegen einen neuen austauschen lasse.

Da Vicki draußen keinerlei Hundekontakt suchte, zu Hause immer "nur" schlief, wegen ihrer fehlenden Figur aber dringend Bewegung brauchte, auf Spaziergängen jedoch konsequent nur hinter mir herdackelte, und weil Chis ja sowieso lieber nicht allein sind, habe ich mit ihr eine Freundin für sie gesucht. Das war nicht so einfach, weil sie eben eigentlich keine Hunde mochte. Es stellte sich aber heraus, dass die andere nur kleiner als sie zu sein brauchte, dann war sie einverstanden und interessiert.

Die erste Chi-Hündin, auf die Vicki von sich aus zuging, wurde also ihre Begleiterin: Kimura, damals 7 Monate. Ich wollte auch dann, ein Vierteljahr später, keinen Welpen und hoffte, dass 7 Monate schon reichten, um schnell im neuen Zuhause zurecht zu kommen. Da hatte ich mich zwar verrechnet, aber sie war begierig, alles wie "ihre" Vicki zu machen.

So sind wir inzwischen, nach drei Jahren, ein eingespieltes Dreiergespann. Vicki wurde, sobald sie sicher war, dass sie weiterhin bei mir die "Große" -- die Erste -- ist, offen für Kimuras Annäherungsversuche, auch draußen interessiert und beweglicher, hat mächtig abgenommen und längst keine Panik mehr vor fremden Hunden.

Keiner glaubt, dass ich sie erst drei Jahre habe. Wir sind uns sehr vertraut und zugewandt, als wären wir schon 9 Jahre zusammen.

Ich kann für mich sagen: ich will keinen Welpen! Ich finde es sehr spannend zu sehen, was der Hund bereits an "Charakter" mitbringt.
BaViKi

 

Übernahme_ältere_Hunde-5
aeltere Hunde
aeltere_Hunde-2
aeltere_Hunde-3
aeltere_Hunde-4
aeltere_Hunde-5
aeltere_Hunde-6
aeltere_Hunde-7
aeltere_Hunde-8
aeltere_Hunde-9