Eine weitere Züchterin:

Ein Züchter, der mit Herz und Verstand züchtet, liebt jedes seiner Tiere. Dennoch wird es immer mal Fälle geben, für ein Jungtier oder ein erwachsenes Tier ein neues Zuhause suchen zu müssen, - sei es man hat ein Jungtier behalten und es bekommt zuchtausschließende Fehler, oder ein Zuchthund bekommt im Laufe der Zeit PL und muß aus der Zucht genommen werden, oder ein Tier kommt im Rudel nicht zurecht, usw.usf.

Tritt ein solcher Fall ein, wird man das Tier nicht "einfach irgendwohin abschieben", sondern den passenden Menschen, das passende Zuhause für das Wesen und den Charakter des jeweiligen Tieres suchen und sich dafür auch die nötige Zeit lassen.

Am besten wird es passen, wenn man das Tier entscheiden läßt, ob es den Menschen mag oder nicht. Die Chemie muß stimmen und Hunde haben ein sehr feines Gespür dafür, wen sie mögen und wen nicht. Wenn ich einem Hund ansehe, dass er den evtl. neuen Besitzer nicht mag, dann bleibt der Hund bei uns und der Interessent geht ohne Hund wieder. Gerade bei erwachsenen Tiere muß es wirklich passen.

Ein Züchter, der sehr eng mit seinen Hunden zusammenlebt, wird jedes Tier gut genug kennen, um beurteilen zu können, wohin das Tier am besten paßt.

Wenn man dann von den neuen Besitzern erfährt, wie gut der Hund sich eingelebt hat und wie glücklich man miteinander ist, dann weiß man, man hat es richtig gemacht.

Es gibt Züchter, die alle ihre Zuchttiere behalten. Teilweise werden dann die älteren Tiere in extra Räumen gehalten, weil das normale Rudel mit Welpen und Jungtieren für die älteren Tiere zu streßig ist. Mir sind Fälle bekannt, wo die älteren Tiere in einem separaten Rudel mehr oder weniger vor sich hin vegetieren, mit wenig Kontakt zum übrigen Rudel, ebenso wenig zu den Menschen. Ist es da nicht sinnvoller und viel schöner für die Tiere, wenn sie als Familienhund alleine oder in einem kleinen Rudel ihren Lebensabend verbringen können ?

Natürlich hat jeder Züchter Tiere, die er nicht weggeben würde, sei es, weil er sie ganz besonders innig liebt, oder sei es, weil diese Tiere einen Wechsel nicht verkraften würden. Im Allgemeinen zeigt jedoch die Erfahrung, dass fast alle Tiere einen Wechsel gut verkraften und sich oftmals viel schneller einleben, als es die Menschen für möglich gehalten hätten.

Ein Beispiel:
Ich hatte einen Zuchtrüden, der Fremde ganz und gar nicht mochte. Er hielt sich, wenn Besuch da war, immer in der entferntesten Ecke des Zimmers oder des Gartens auf und bellte (protestierte) fast ununterbrochen. Seine Liebe schenkte er nur einer Person, nämlich mir. Als bei ihm PL auftrat, nahm ich ihn aus der Zucht. Einige Zeit später meldeten sich Interessenten, die einen Freund für ihre kastrierte Hündin suchten. Schon als der Rüde beim neuen Frauchen auf dem Arm saß, sah ich, dass es paßte, er war entspannt und fast nicht aufgeregt. Also ging er auf die Reise nach Norddeutschland ins neue Zuhause. Am gleichen Abend kam der Anruf, dass der Rüde mit seinem neuen Frauchen auf der Couch lag und die Streicheleinheiten genoß. Er war also bereit seine Liebe nun diesem Menschen zu geben.

Leicht ist es nicht, sich von Tieren zu trennen, die Monate oder Jahre als Familienmitglieder unser Leben teilten. Manchmal kommen Phasen, da überfällt mich so starke Sehnsucht nach diesen Tieren, dass ich am liebsten losfahren würde, um sie wieder zurückzuholen.....

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