Arabella

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  • Ab wann ist ein Chihuahua alt ?


    Da Zwerghunde ja glücklicherweise recht alt werden, würde ich aus meiner Erfahrung sagen, man kann sie ab ca. 12 – 14 Jahren zu den älteren rechnen, ab ca. 15 wirklich zu alten Hunden.


    Natürlich ist das von Hund zu Hund verschieden und kann daher nur als Anhaltspunkt dienen.


    Wir alle wollen natürlich, das unser Chi möglichst alt wird, von daher sind schon im Vorfeld einige Punkte zu beachten.


    Allgemein
    Eine gesunde Ernährung und regelmäßiger Auslauf ist für das Allgemeinbefinden und ein gutes Immunsystem immens wichtig. Dies natürlich nicht erst im Alter, sondern lebenslang.


    Herz
    Da Zwerghunde im Alter oft von Herzklappeninsuffiziens betroffen sind, sollte man ab ca. dem 8. Lebensjahr eine Herzultraschalluntersuchung durchführen lassen. So hat man einen Stand über die Funktionsfähigkeit des Herzens, kann evtl. jetzt schon mit Medikamenten eingreifen bzw. mit dem Kardiologen weitere spätere Untersuchungen besprechen.Je eher der Herzfehler erkannt wird, umso größer die Chance auf ein langes Leben


    Zähne
    Je besser die Zähne gepflegt werden, umso größer die Chance auf ein gutes Gebiss.


    Zahnsteinbildung ist allerdings auch genetisch bedingt und daher sollte dies immer beobachtet, falls notwendig gereinigt werden. Ein schlechtes Gebiss ist ungesund, vereiterte Zähne können das Herz schädigen.


    Daher ist es wichtig, rechtzeitig nochmals an eine gründliche Zahnsanierung bei einem Spezialisten zu denken. Wird das Gebiß mit ca. 10-11 Jahren nochmals gründlich saniert, kann man u. U. eine spätere Narkose umgehen.Wichtig sind hier Röntgenbilder, damit auch wirklich alle geschädigten Zähne bzw. Wurzeln behandelt/entfernt werden.


    Blutwerte (Leber, Niere)
    Eine jährliche Blutuntersuchung bei älteren Hunden kann nicht schaden, um evtl. Schädigungen von inneren Organen wie Leber, Niere, Schilddrüse, Bauchspeicheldrüse rechtzeitig zu erkennen


    Gebärmutterentzündung
    Bitte nach jeder Läufigkeit die Hündin sehr gut beobachten, um eventuelle Symptome einer Gebährmutterentzündung rechtzeitig zu erkennen. Im Zweifelsfalle lieber einmal mehr zum Tierzarzt.


    Altersdemenz
    Es gibt eine Art Alzheimer-Erkrankung auch beim Hund, diese wird kognitive Dysfunktion genannt und geht einher mit allgemeiner Verwirrtheit, teilweiser Apathie und Rastlosigkeit.Die Erkrankung lässt ich nicht verhindern, viel Bewegung trägt aber zur Verzögerung bei, da durch die Aufmerksamkeit bei Spaziergängen die Gehirnfunktion /Durchblutung immer gefördert wird und damit die Demenz verzögert wird. Ebenfalls können kleine Übungen und Aufgaben eine Verzögerung der Demenz bewirken.


    Ernährung
    Der Appetit kann im Alter nachlassen, von daher ist auf eine hochwertige Ernährung zu achten, da keine großen Mengen mehr aufgenommen werden.


    Fell, Körperbau, Aussehen
    Im hohen Alter verändert sich auch das gesamte Erscheinungsbild. Das Gesicht wird schmaler, die Fellfarben verblassen unter Umständen, insbesondere die Farben im Gesicht bzw. Kopfbereich. Es ist alles nicht mehr so straff., Tan-Abzeichen verblassen bzw. verschwinden.


    Arabella ist 1993 im Alter von 12 Wochen bei uns eingezogen und drei Monate vor ihrem 17. Geburtstag über die Regenbogenbrücke gegangen, hier habe ich also die gesamte Entwicklung hautnah erlebt.


    Ihre Entwicklung/Veränderung in Fotos könnt ihr hier sehen:


    Die Entwicklung vom Welpen zum Senior als Fotosession


    Unsere Dana, die im Alter von 2,5 Jahren einzog, wurde Weihnachten 14, ist also auch nicht mehr die Jüngste.


    Die folgenden Ausführungen beziehen sich also rein auf die Beobachtung und Erfahrung mit diesen Hunden.


    Arabella, einstmals der Wirbelwind des Rudels wurde mit ca. 14 Jahren in ihrem gesamten Verhalten ruhiger, das Schlafbedürfnis nahm mit jedem Jahr zu, in ihrem letzten Lebensjahr schlief sie ca. 21-22 Stunden am Tag, wenn irgend möglich.


    Sie war von Jugend an eher weitsichtig, Personen und sich bewegendes auf weite Entfernung sah sie super, aber was 5 m vor ihr stand, nahm sie nie so gut und schnell wahr. Das hat sich im Alter dann massiv verstärkt, sie ist ab einem Alter von 14 nur noch selten alleine ins Bett oder auf die Couch gesprungen und wenn ja, mit einem riesigen Anlauf. Auch Treppenstufen konnte sie nicht mehr einschätzen.


    Da sie immer ein Hund war, der sich ungern hochnehmen und tragen ließ, brachte ich ihr das Kommando „Komm Arm“ bei. So wusste sie nach einigen Tagen, sie wird nur hochgehoben, um sie über die Treppe zu tragen, ins Bett oder auf die Couch zu heben.


    Auch im Dunkeln sah sie nicht mehr so gut wie früher, von daher war es sehr wichtig, sie bei Spaziergängen im Dunkeln nah bei sich zu behalten.


    Mit ca. 15 war zu bemerken, dass langsam das Gehör schlechter wurde, dazu kam eine verlangsamte Reaktion auf Kommandos. Wir mussten also immer rechtzeitig reagieren.
    Damit einhergehend kam es zu einer gewissen Schreckhaftigkeit. Durch tieferen Schlaf, schlechteres hören eigentlich sehr verständlich.


    Wir haben uns dann angewöhnt, sie niemals einfach anzufassen, sondern erst 2-3 x anzusprechen, auf eine Reaktion zu warten und sie dann zu nehmen.


    Hilfreich war auch, dass sie schon frühzeitig nicht nur auf gesprochene Kommandos, sondern auch auf Handzeichen trainiert war, so dass wir sehr gut mit Handzeichen bei ihr arbeiten konnten.


    Mit ca. 15,5 bzw. 16 Jahren war dann die Lust auf mehrfache Spaziergänge am Tag gedämpft. Sie lief zwar noch sehr gut 1 -1,5 Std. am Stück durch, verfiel dann aber für die nächsten 5-6 Stunden in Tiefschlaf.


    Grundsätzlich hatte ich immer eine kuschelige Tasche dabei gehabt, so dass sie jederzeit eine Pause einlegen konnte, wenn wir länger unterwegs waren.


    Im hohen Alter hat sie ab und an einen Spaziergang ausgelassen, sie blieb daheim, wenn die anderen raus wollten, was sie ihm hohen Alter mehrfach gar nicht bemerkte, bzw. nur kurz schaute, kein Interesse am mitgehen zeigte und weiterschlief. Meist lag sie bei unserer Rückkehr noch auf dem gleichen Platz.


    Arabella wurde zwar nicht in dem Sinne inkontinent, das sie ihre Blase nicht mehr kontrollieren konnte, allerdings konnte sie die letzten 2 Jahre nicht mehr lange anhalten, ca. alle 2 – 3 Stunden musste sie pieseln. Nachts war es ca. 2-3 mal notwendig. Hier hat sich ein Notklo als sehr hilfreich erwiesen, welches sie zuverlässig aufsuchte. Wir benutzen dazu Wickelunterlagen für Babys.


    Ganz wichtig war für sie ein gewohnter Tagesablauf, starke Abweichungen wurden langsamer verarbeitet.


    Extem aufgefallen ist noch, das sich bestimmte Verhaltensweisen im Alter massiv verstärkten. So war Arabella immer mehr ein Herrchen-Hund, im hohen Alter war es dann so, das sie zwar - mit mir alleine unterwegs - weiterhin auf mich reagierte, sobald aber Oskar dabei war, nur noch auf ihn fixiert war. Verlor sie ihn mal aus den Augen, wurde sie leicht panisch, reagierte überhaupt nicht mehr auf mich sondern nur noch auf Oskar. Es war daher immer wichtig, das er draussen in ihrem unmittelbarem Umfeld agierte.


    Je älter Arabella wurde, desto zickiger wurde sie auch.


    Den Einzug der 8-jährigen Beeke (Arabella war zu dem Zeitpunkt 16 Jahre alt) hat sie super mitgemacht. Allerdings war sie auch lebenslang Rudeleingliederungen gewohnt.


    LG
    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin