Suprelorin - Erfahrungsbericht

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  • Erfahrungsbericht Kastration mit Suprelorin (Chip)


    verfasst von Gizmo



    Ich wollte euch gerne an meinen Erfahrungen mit dem Kastrationschip bei meinem Rüden berichten. Vielleicht hilft euch dieser Bericht, für euch selbst eine Entscheidung zu treffen, ob diese Art der Kastration die richtige für euch/euren Hund ist.


    Mir selbst fiel die Entscheidung zu diesem Schritt sehr schwer, hab bestimmt gut ein Jahr mit dem Setzen gewartet. Michaela, die Forenhexe hat mir mit ihren Erfahrungen am Telefon die Entscheidung erleichtert. Sie selbst hatte einem ihrer Rüden den Chip setzen lassen und konnte mir nur Gutes berichten.


    So, nun zu meiner Erfahrung:


    Gizmo, KH Rüde, geboren am: 21.05.2008


    Warum habe ich den Chip setzen lassen?


    Aus 2 Gründen:


    1. Gizmo hat, seit er ca. zweieinhalb Jahre alt war, extremes Interesse an Weibchen gezeigt. Dies steigerte sich zunehmend. Wenn in unserer Gegend ein Weibchen läufig war, kam er aus dem Schnuffeln draußen nicht mehr raus, hat angefangen zu zittern, hat nachts teilweise reingepinkelt und war einfach unruhig. Das Verhalten war zwar unangenehm, aber man konnte gut damit umgehen.
    Allerdings gipfelte das Ganze bei einem Treffen mit Gabi und ihren drei Mädels. Dolly (die sowieso DER Liebling von Gizmo ist) war scheinträchtig und roch auf Grund dieses Umstandes wohl so gut, dass Gizmo komplett durchdrehte. Er hing zwar sonst auch immer sehr an den Rockzipfeln der Mädels, aber das war etwas völlig anderes.
    Er bedrängte Dolly so sehr, dass sie richtig Panik bekam und nur noch zu Frauchen auf den Arm wollte.
    Der gesamte Spaziergang war wirklich nervenaufreibend. Das Ende vom Lied war, dass Gizmo vor lauter Stress Durchfall bekam, extrem geschwollene Lympfdrüsen hatte und ich NIE wieder mit den Hexen spaziergehen wollte, weil mir das Alles mehr als unangenehm war.


    Da kam mir das erste Mal der Gedanke an eine Kastration, obwohl ich wirklich GEGEN Kastration bin.


    2. Jeder, der Gizmo kennt, kann glaube ich bestätigen, dass er ein sehr umgänglicher Hund ist. Er hatte nie Probleme mit anderen Hunden, unabhängig von Geschlecht, Größe Aussehen und Verhalten. Es entwickelte sich aber zunehmend ein Aversion gegen andere Rüden.
    Irgendwann konnte ich anhand seines Verhaltens auf jedem Spaziergang das Geschlecht der anderen Hunde bestimmen. Bei Weibchen war er nach wie vor aufgeschlossen und freundlich. Kam aber ein Rüde um die Ecke, wurde er ein kleines kläffendes „Monster“, dass die anderen Rüden eigentlich gerne töten wollte.
    Das Problem, das ich darin sah, war vor allem, dass ich Angst hatte, er könne irgendwann an den „Falschen“ geraten, der ihn dann maßregelt. Wäre das ein großer Rüde, wäre Gizmo in Lebensgefahr. Ich hatte einfach Angst dass mein Schatz irgendwann (aus gutem Grund) von einem anderen Rüden auf Grund seines Verhaltens schwer verletzt werden würde.
    Abtrainieren dieses Verhaltens war in beiden Fällen sehr schwer, da er mich in diesen Situationen überhaupt nicht mehr wahrnahm.


    Wie war das setzen? Kosten?


    Ich habe den Chip bei der Tierärztin meines Vertrauens setzen lassen. Gezahlt habe ich um die 80-90 Euro mit Hallo-Gebühr. Da Gizmo (leider) eine sehr dicke, feste Haut hat, war das Setzen eine halbe Katastrophe.
    Der erste Chip rutschte leider raus, sodass er nochmal gesetzt werden musste. (Das selbe ist auch bei seinem Mikrochip passiert, Gizmo ist da leider ein Spezialfall) Das Ganze war sehr schmerzhaft für meinen Kleinen, und es hat auch stark geblutet. Leider gibt es den Chip bis jetzt NUR in einer Einheitsgröße, dh. Der Chip und die Kanüle sind für große und kleine Hunde gleich groß. Ich muss dazu aber auch sagen, dass ich davon ausgehe, dass wenn der Chip von einer/einem sehr routiniertem TA gesetzt wird, das auch relativ schmerzfrei von Statten gehen wird.


    Folgen und Wirkung


    Der Chip braucht mindestens 6 Wochen, bis seine Wirkung, gleich einer Kastration, einsetzt.
    Setzen lassen habe ich ihn am 30.September, dh. Wir sind gerade in der 5.ten Woche.
    Bis zum Einsetzen der Wirkung tritt die sogen. „Erstverschlimmerung“ auf. Das kann ich nur bestätigen. Nach der ersten Woche war das extreme Schuffeln draußen immer schlimmer, Gizmo war draußen wie in einer Traumwelt (planlos, nicht ansprechbar). Es schien, als würde er draußen nur noch für Weibchenpipi leben ;-)


    Seine Aggressionen gegenüber Artgenossen wurden auch stetig schlimmer. In der 3-4 Woche fing er gegen ALLE an zu knurren. Bei Rüden wurde es immer schlimmer, bei Weibchen hörte er auf, sobald er merkte, dass es ein Weibchen war.


    Nach 3 Wochen gab es ein paar Abende, an denen Gizmo ganz schlimm drauf war. Es schien so, als wüsste er nicht wohin mit sich. Er wirkte hin-und hergerissen von den Hormonen. Ich kanns nicht genauer beschreiben, aber er wirkte aufgekratzt, unruhig und kuschelbedürftig zugleich.


    Nach 3-4 Wochen konnte ich erstmals feststellen, dass seine Hoden kleiner wurden. Jetzt, in der 5. Woche sind sie mickrig.


    Gestern hatte ich bei einem erneuten Spaziergang mit Gabi und Eva aber dann ein sehr positives Erlebnis: Gizmo hatte wieder nur noch Augen für mich. Dolly und die anderen Mädels waren zwar interessant, und es wurde auch mal gerochen, aber er war JEDERZEIT abrufbar und hat ca. alle 10 Sekunden zu mir gesehen.
    Auch von Gabi und Eva habe ich begeisterte Zustimmung erhalten, ich habs mir also nicht eingebildet.


    Auffällig ist, dass er jetzt sehr interessiert ist an Essen/Leckerchen. Früher hatte er draußen gar kein Interesse daran und deshalb konnte ich ihn auch nie ablenken, egal von was.



    Gegenüber Rüden ist er nach wie vor Knurrig, keinerlei Verbesserung/Veränderung im Verhalten. Da er aber jetzt an Leckerchen so interessiert ist, kann ich mit ihm auch draußen trainieren und üben. Er lässt sich mit Essen auch im Knurren unterbrechen und ich kann die Aufmerksamkeit auf mich lenken, und zwar ausnahmslos.


    Jetzt werde ich mal noch 2 Wochen abwarten und dann nochmal berichten. Schließlich setzt dann erst die „offizielle Wirkung“ ein.


    Ich kann bis jetzt nur sagen, dass es scheint, für uns die richtige Entscheidung gewesen zu sein. Ich habe sehr lange mit mir gerungen, ob das überhaupt sein muss.
    Und das sollte wirklich jeder tun, der darüber nachdenkt zu kastrieren. Der Chip ist eine gute Möglichkeit herauszufinden, wie sich der eigene Hund als Kastrat verhalten würde.
    Es ist aber KEIN Zaubermittel, das mal eben bei irgendwelchen Problemen gesetzt werden sollte. Es ist ein massiver Eingriff in den Hormonhaushalt und es sollte überlegt werden, ob die Probleme das wert sind.

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin