Seminar mit Frau Dr. Jutta Ziegler

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  • Hallo,
    am Wochenende war ich auf einem Tagesseminar mit Frau Dr. med. vet. Jutta Ziegler, die sicher vielen durch ihre Bücher


    - Hunde würden länger leben, wenn...
    - Tierärzte können die Gesundheit Ihres Tieres gefährden


    bekannt ist.


    Ich habe die Bücher beide kritisch gelesen, vieles von ihr ist mir zu pauschal, anderes wieder recht gut beschrieben, aber ich möchte auf die Bücher nicht näher eingehehen, die kann jeder selber lesen.


    Von daher schien es mir eine gute Gelegenheit, sie auf diesem Seminar persönlich zu erleben.
    Wie erwartet, war das Seminar sehr gut besucht, es waren sehr viele andere Hunde- und Tierernährungsberater anwesend, was zu einem sehr regen Austausch in den Pausen führte.


    Angekündigte Themen des Seminars waren:
    Impfungen, Wurmkuren, Antibiotika und deren Folgen
    Minderwertige Ernährung und ihre Folgen


    Leider war sie kaum in der Lage, einen spannenden Vortrag zu halten und ihrer Zuhörer bei der Stange zu halten, die monotone Sprechweise wirkte teilweise auf viele einschläfernd.
    Wäre allerdings geballtes Fachwissen auf mich eingeprasselt, hätte ich damit durchaus leben können.


    Trotz ihrer anfänglicher Frage, wer alles roh füttert bzw. Ernährungsberater ist - das waren ca. 90 % der Teilnehmer - traktierte sie uns mit einer ca. 1,5 Std. Ansprache über die Rohfütterung im groben, die Beschaffenheit/Herstellung von Trockenfutter und führte aus, das für sie Rohfütterung das einzig richtige sei, einen Hund bzw. eine Katze zu ernähren.
    Konkrete Hinweise dazu gab sie nicht, aber es war ja auch kein Ernährungs-Seminar.


    Trockenfutter wurde von ihr in Grund und Boden verdammt.
    Ich selber finde Trockenfutter als die unnatürlichste Nahrung für den Hund und würde dieses nie ausschl. füttern, da es durch mangelhafte Wasseraufnahme u. U. im Alter zu Nierenproblemen führen kann, dies gilt noch mehr für Katzen, besonders wenn Trockenfutter noch viel Getreide enthält, da die Katze noch mehr Fleisch als der Hund benötigt.


    Dann führte sie aus, das wenn überhaupt mal Trockenfutter, ausschl. kaltgepresstes gegeben werden sollte und keinesfalls extrudiertes.
    Eine genauere Erklärung nach dem „Warum“ blieb sie trotz Nachfragen schuldig.
    Verwunderlich finde ich allerdings, dass sie trotz Ihrer Aussagen ein Trockenfutter in ihrem Shop vertreibt.


    Trockenfutter niemals mit Fleisch mischen
    Hier stimme ich zu, aber eine Erklärung blieb sie schuldig.
    Beides hat unterschiedliche Verdauungszeiten und kann durchaus zu Magenproblemen führen, es gibt aber auch Hunde, die damit keinerlei Probleme haben


    Rohfütterung ist für sie die einzige richtige Ernährung.
    Mit der Aussage kann ich leben, ich selber bevorzuge die Rohfütterung seit Jahren und empfehle sie auch, aber es gibt nun einmal Menschen, die es nicht können/wollen oder Hunde, die partout kein rohes Fleisch anrühren. Hier ein hochwertiges Dosenfutter zu geben, ist eine gute Sache.


    Dann erschreckten mich aber doch wieder folgende Aussagen von ihr:


    Das Kalzium/Phosphor-Verhältnis können Sie bei Rohfütterung vergessen
    Das aber das Ca/P Verhältnis passend sein sollte, ist ihr wohl völlig entgangen


    Auf die Frage einer – nach eigener Aussage nicht roh fütternden Teilnehmerin – was es denn mit dem Schweinefleisch und „so einem Virus“ auf sich habe, kam die Antwort, Schweinefleisch vom Bio-Bauern oder von Wildschweinen könne man getrost roh geben


    Hat die Frau noch die etwas vom Aujetzki-Virus gehört, der einen damit infizierten Hund bzw. die Katze tötet ? Ich persönlich finde das Risiko viel zu hoch, es gibt genügend andere Fleischsorten.


    Dann kamen wie zu den Themen, entwurmen, Antibiotika, TA usw.


    Hier nur einige Ihrer Aussagen als Beispiel:


    Impfungen sind grundsätzlich schädlich für das Tier, alle unnötig und sie selber würde auch dazu raten, Welpen gar nicht zu impfen


    Es entzieht sich meiner Kenntnis, ob diese Frau z.B. jemals einen an Parvo erkrankten Hund gesehen hat und um dessen Leben kämpfen musste.


    Die aus dem Ausland importierten Hunde würden nur deshalb an Staupe, Parvo und dergl. erkranken, da sie in einem schlechten Umfeld aufwachsen, nicht richtig ernährt werden.
    Und was ist mit dem erhöhten Impfdruck bzw. Ansteckungsrisiko, dem dadurch unsere Hunde alle ausgesetzt sind ?
    Auf diese Frage kam die Antwort, das ein gesunder, richtig ernährter Hund einfach nicht daran erkranken würde.
    O.k. ich werde meine Hunde diesem unberechenbaren Risiko nicht aussetzen, auch wenn ich seit Jahren nur das nötigste impfen lasse.


    Die Frage nach der Tollwutimpfung für den Grenzübertritt wurde so beschieden:
    Tollwut ist zwar gesetzlich vorgeschrieben, aber unnötig, es wird nicht kontrolliert an den Grenzen und selbst wenn, wird weder Ihnen noch dem Hund irgendwas passieren. 
    Und wenn doch ? Ich würde dieses Risiko nicht eingehen.


    Die Masse der Gelenk-Operationen sind unnötig und werden bei Tierärzten bzw. Tierkliniken sehr oft nur aufgrund von Geldschneiderei unternommen.
    Belege konnte sie nicht vorweisen


    Schmerzmittel wie z.B. Rimadyl oder Metacam sollten keinesfalls verabreicht werden, diese verursachen grundsätzlich Magenbluten, schädigen den Magen/Darm-Trakt usw. Da reichen diverse Kräuter.
    Ich persönlich halte es für tierschutzrelevant, einem Tier nach einer Operation kein entsprechendes Mittel zu geben, sondern es unter Schmerzen leiden zu lassen. Auch hatte ich noch nie den Fall von Magenblutungen. Zudem können Hunde ebenso wie Menschen durch längere, massive Schmerzen ein Schmerzgedächtnis entwickeln.


    Gehen sie möglichst bei Durchfall, Erkältung usw. nicht zum TA, dieser verschreibt eh jedesmal Antibiotika.
    Es mag durchaus TA geben, die meiner Meinung nach zu schnell zu AB greifen, aber der informierte Tierhalter sollte auch mal immer hinterfragen und es gibt genügend Fälle, wo es notwendig ist


    Entwurmen mit Mitteln vom TA sollte man sogar bei nachgewiesenem Wurmbefall bzw. Giardien lassen und nur mit Kräutern behandeln, Ausnahmen seien für sie nur erlaubt, wenn die Würmer schon massenweise aus dem Kot krabbeln.
    Ich selber entwurme nicht auf Verdacht, hatte auch in all den Jahren niemals Würmer. Aber bei Befall nicht zu entwurmen, halte ich für fahrlässig.


    Das sind nur einige Aussagen, es gab dazu noch diverse falsche Aussagen zu Wölfen und deren Fressverhalen (ich vertraue da lieber diversen Wolfsforschern) zu der angeblichen Schädlichkeit von Leitungswasser und dergl.


    Eine gute Diskussion mit ihr kam leider nicht zustande, da sie Fragen entweder nicht beantworten konnte oder wollte bzw. auf ihren Aussagen beharrte.


    Ich habe das Seminar keineswegs bereut, bin wieder um einige Erfahrungen reicher. Ihre Aussagen ungefragt zu übernehmen kann ich jedoch niemandem empfehlen.


    Selbstverständlich sind das nur meine persönlichen Erfahrungen/Ausführungen.


    LG
    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin