alte Hunde - Ernährung

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Bobby

  • Hallo,


    ob und wann ein Hund als alt zu bezeichnen ist, hängt stark von der Rasse ab, beim Chihuahua würde ich persönlich ab ca. 13 von einem älteren, ab ca. 15 Jahren von einem sehr alten Hund sprechen.


    Grundsätzlich empfiehlt sich ein jährlicher Tierarztbesuch zum durchchecken und ein geriatrisches Blutbild.


    Im Alter kommt es zu diversen Funktionseinschränkungen diverser Organe wie z.B. Herz, Niere.
    Es zeigen sich altersbedingte Veränderungen von Haut und Fell. Es fehlen oft Zähne, bzw. sind keine mehr vorhanden, die körperliche Aktivität verringert sich (insbesondere bei sehr alten Hunden).


    Dadurch bedingt ist unter Umständen der Energiebedarf zu reduzieren, es gibt andererseits Hunde, die im Alter zur Gewichtsabnahme neigen. Eine regelmäßige Gewichtskontrolle um die Mengen entsprechend anzupassen ist also notwendig.


    Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf alte, aber sonst im Grunde gesunde Hunde. Bei Leber- oder Nierenerkrankungen, Bauspeicheldrüsenproblemen und dergl. sind spezielle Diäten notwendig, die auf den jeweiligen Hund/Erkrankung abgestimmt werden müssen.


    Da bei sehr alten Hunden das Geschmacksempfinden abnimmt, ist auf eine hohe Akzeptanz des Futters zu achten.
    Grundsätzlich sollte man Produkte hoher Verwertbarkeit füttern wie Fleisch, Ei- und Milchprodukte. Also ruhig mehr Muskelfleisch geben, dafür bindegewebsreiche Produkte wie z.B. Kopf, Gurgel, Schlund reduzieren bzw. ganz weglassen.


    Oft essen alte Hunde keine großen Mengen mehr auf einmal, in diesen Fällen empfiehlt es sich die Tagesration auf 2-3 Mahlzeiten aufzuteilen. Zur besseren Akzeptanz kann man das Futter anwärmen. Ich selber bin bisher bei 2 sehr alten Hunden ab ca. dem 15. Lebensjahr dazu übergegangen, ihnen das Futter zu kochen und ab und an ein gutes Nassfutter zu geben, da sie roh (obwohl jahrelang mit Appetit gefressen) im hohen Alter absolut ablehnten. Bei zu geringer Futteraufnahme kann man z.B. Gänseschmalz als Energiezufuhr untermischen.


    Der Kalziumbedarf ändert sich nicht, da aber alte Hunde aufgrund fehlender Zähne oft keine Knochen mehr kauen können, muss der Bedarf durch andere Quellen wie gemahlene Eierschalen oder Knochenmehl ersetzt werden.


    Bei den Spurenelementen erhöht sich der Zinkbedarf auf ca. 2mg/tägl. je Kg Körpergewicht. Da dies in der normalen Ernährung nicht erreicht werden kann, ist auf ein Nahrungsergänzungsmittel zurückzugreifen.


    Den Vitamingehalt (Ausnahme Vitamin A) im Futter kann man gut verdoppeln, auch Biotin (z.B. in Eigelb, Bierhefe) wirkt sich oft positiv aus.
    Insbesondere Vitamin E hat einen positiven Effekt gegenüber Zellschäden.


    Vitamin A (also Leber) sollte im hohen Alter nur noch wenig gefüttert werden, da sehr alte Hunde hier eine geringere Toleranz aufweisen. Hier sollte man eher auf 50 % des Bedarfs erwachsener Hunde runterfahren.


    Quellen: Lehrgänge zur Ernährungsberatung, Ernährung des Hundes von H.Meyer/J. Zentek, 6. Auflage, Webinar mit Prof. Dr. J. Zentek Februar 2015, eigene Erfahrungen mit sehr alten Hunden


    LG
    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin