Ignorieren

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  • Immer wieder hört bzw. liest man, dass ignorieren eine gewaltfreie Erziehungsmaßnahme ist.


    Was ist ignorieren?
    Mit dem Hund darf weder gesprochen (auch keine Kommandos), angesehen , berührt oder mit ihm Gassi gegangen werden.
    Man verhält sich so, als wenn der Hund nicht anwesend wäre!


    Als Erziehungsmaßnahme ist nur ein kurzzeitiges ignorieren sinnvoll.


    Zum Beispiel, wenn der Hund am Tisch bettelt und man ihm dieses Verhalten abgewöhnen will.
    Man geht nicht auf sein Verhalten ein.


    Hat der Hund etwas gemacht was er nicht sollte, z.B. den Hausschuh beknabbert, so unterbindet man sein Verhalten verbal (z.B. mit "Pfui" oder "Aus") und nimmt ihm den Schuh weg.
    Der Hund wird für kurze Zeit (ein oder zwei Minuten) ignoriert.
    Danach kümmert man sich wieder um den Hunde um ihm zu zeigen das alles wieder gut ist!


    Auf keinen Fall ignoriert man den Hund über Stunden oder gar Tage.
    Wie soll das praktisch gehen? Wird mit dem Hund nicht mehr rausgegangen damit er urinieren und/oder koten kann.


    Was soll der Hund dadurch lernen??
    Der Hund kann keine Verknüpfung zwischem dem uns unerwünschtes Verhalten und dem stundenlangen ignorieren herstellen.


    Ein längeres ignorieren kommt einer sozialen Isolation gleich und ist deshalb mit einer sehr harten Bestrafung gleichzusetzen!
    Wenn der Halter seien Hund über Stunden ignoriert, so teilt er seinem Hund mit, dass dieser unerwünscht ist. Die Bindung zu dem Halter wird schwer geschädigt.


    Langfristiges ignorieren bei Wildcaniden (z.B. Schakal) wird nur angewandt um das Rudelmitglied zum abwandern zu bewegen.
    Es wird ihm die Kündigung und dass Verlassen des "Hotels Mama" nahe gelegt.


    Langfristiges ignorieren ist Tierschutzrelevant!


    Ein "Kopfhund" wird durch ignorieren schlecht zu beindrucken sein, da er dazu tendiert die Zusammenarbeit mit dem Menschen abzubrechen.


    Ein "Seelchen" fühlt sich sozial isoliert, als Außenseiter.
    Das Ergebnis ist eine zunehmende Verwirrung aufgrund fehlender sozialer Unterstützung und Sicherheit durch den Menschen.


    Konflikte durch langfristiges ignorieren haben meist nur eine für kurze Zeit aufschiebende Wirkung.
    Ist also auch keine Lösung.



    Literatur:
    Wölfisch für Hundehalter von G. Bloch und Elli H. Radinger
    Affe trifft Wolf von G. Bloch und Elli h. Radinger
    Beziehung-Erziehung-Bindung von Udo Gansloßer und Kate Kitchenham

    Gruß Oskar


    Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean. (Isaac Newton)
    Jeder hat ein Recht auf seine eigene Meinung, aber niemand hat ein Recht auf eigene Tatsachen.
    Viele Menschen wissen von ihren Hunden nicht viel mehr, als was sie gekostet haben. (Horst Stern)