Aussage v. Züchterin (allein bleiben lernen) richtig???

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  • Hallo,


    heute habe ich nochmal eine Frage an euch :).


    Ursprünglich lautet "unser Plan" ja, dass wir uns in den Sommerferien einen kleinen Chi Welpen holen, da wir dann erstmal
    4 Wochen Urlaub haben (danach bzw. generell gehe ich "nur" 3x pro Woche für 4 Std. arbeiten).


    Nun habe ich bereits mit einigen Züchtern telefoniert, um mich zu informieren und zu schauen, wo die Chemie passt :).


    Allerdings verwundert mich eine Aussage, die ich sogar von 2 Züchterinnen bekommen hab und dazu würde ich sehr gerne eure Meinungen hören.
    Sie meinten, dass das oft ein falscher Gedanke der Interessenten wäre, erstmal für längere Zeit frei- bzw. Urlaub zu nehmen.
    Damit würde man den Kleinen einen "falschen" Alltag vorgaukeln.
    Beide haben (unabhängig voneinander) dazu geraten, dass man die Kleinen am besten an einem längeren Wochenende holt
    und dann in den normalen Alltag einsteigt. Bei uns wären die 3x wöchentlich 4 Stunden allein sein gar kein Problem!
    Eine der beiden sagte auch, dass sie ihre Welpen bereits bei sich auf's alleine bleiben vorbereitet und bisher nie Rückmeldungen
    bekommen hat, dass es diesbezüglich Probleme gab.


    Beides sind seriöse Züchter (auch eher hochpreisig), die sowohl von der Internetpräsenz wie vor allem auch vom telefonischen
    Kontakt her einen wirklich sehr guten Eindruck machen. Auch bitten sie um genaue Infos der Interessenten, mehrere Besuche
    vorab usw.
    Also alles klingt für mich sehr sehr gut, daher meine Verwirrung bezgl. dieser Aussage.


    Was meint ihr dazu? Kann man tatsächlich so mit dem "alleine bleiben" verfahren?


    Lg
    poca

  • Hallo,
    ich persönlich würde so nicht verfahren.


    Die Welpen sind beim Züchter in ihrer bisher gewohnten Umgebung, haben Mutter, Geschwister und andere Rudelmitglieder um sich herum, kennen die Stellen, wo sie pieseln gehen können usw.


    Dann werden sie mit 12 Wochen aus ihrem gewohnten Umfeld genommen, sind oftmals Einzelhunde und kommen in eine völlig neue, fremde Umgebung, neue Geräusche, neue Stimmen, neue Kommandos.


    Da braucht ein Welpe einfach eine Absicherung durch Menschen, muss Vertrauen aufbauen usw.
    Die müssen anfangs eh alle 2-3 Stunden raus, damit sie stubenrein werden. Wie geht das ohne Mensch ?
    Was wenn sie sich vor einem Geräusch erschrecken (z.B. ein Gewitter) und keiner ist da
    Was wenn es durch Stress in den ersten Tagen zu Durchfall kommt und keiner ist da, das ist bei Welpen bedenklicher als bei einem stabilen erwachsenen Hund


    usw. usw.


    Deshalb übt man ja das alleine bleiben auch in kleinen Schritten, damit der Hund es in der Umgebung lernt und nach und nach den Alltag kennenlernt, der dann eh immer mal flexibel ist, keiner von uns hat zu 100 % den gleichen Ablauf täglich.


    LG
    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin

  • Hallo,


    ich würde davon auch abraten. Man unterschätzt vor allem die Umstellung von Rudelhaltung auf Einzelhund. Wenn du jetzt noch mindestens einen weiteren Hund hättest, würde ich das anders einschätzen, als nicht so dramatisch. Aber wenn du einen Hund aus dem Familienverband reißt und dann sofort alleine lässt, kann das problematisch werden. Mit einem so leichten Welpen sowieso, so wie Eva schon meinte. Ich möchte an der Stelle noch mal Stubenreinheit unterstreichen! Hat man bei Chis sowieso öfter mal Probleme mit und dann sollte man sich selbst nicht noch mehr Hindernisse aufstellen.


    Ich habe meinen Zweithund mit einem Jahr übernommen und der konnte auch "allein" bleiben. Alleinbleiben hieß aber in dem Fall, alleine mit 9 weiteren Hunden. Hier hat er nur einen weitere Hund, das klappt auch gut. Bis heute hat er aber Probleme so richtig allein zu bleiben, nämlich wenn ich den anderen Hund mitnehme z.B. zum Tierarzt. Das ist einfach ein Unterschied für den Hund.


    Ich finde auch, dass jedes neue Familienmitglied erst mal sehr viel Aufmerksamkeit bekommen sollte. Das ist ja auch für euch schöner wenn ihr euch dem Zwerg mal ein paar Wochen ganz widmen könnt.

  • Hallo,


    ich unterstütze die Aussage der Züchter, den es klingt auch logisch.


    Welpe wird abgeholt, alles neu, alles anders. Die nächsten 4 Wochen spielt sich ein neuer Rhythmus für ihn ein.
    Meinetwegen 2 Leute die ständig um ihn rum sind und ihn bespassen.
    Und zaaaack....wieder alles anders. Den jetzt stehen beide anders auf, gehen beide ausser Haus und wieder eine Umstellung.


    Warum also nicht gleich so wie der Alltag dann auch ist? Unseren hat es nicht geschadet ;)

  • Hallo,


    man kann ja in dem Zeitraum einfach anfangen ihn allmählich darauf vorzubereiten, sodass man nach den 4 Wochen mit gutem Gewissen länger fortbleiben kann. Dann wirft man ihn zu keinem Zeitpunkt ins kalte Wasser, weder direkt nach Ankunft, noch nach 4 Wochen "Dauerbespaßung".


    Nur weil es deinem Hund nicht geschadet hat, kann man das nicht verallgemeinern. Wenn man erst mal ein Problem mit dem Alleinbleiben geschaffen hat, kann man das nicht so schnell beheben und muss sich erst recht ewig frei dafür nehmen und das noch mal behutsam angehen.
    Ich kenne einige Hunde die arge Probleme mit dem Alleinbleiben haben, das wünsche ich keinem und würde ich nie provozieren wollen!