Warum lieber zum Spezialisten (TA)

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  • Hallo,
    aus aktuellem Anlaß ein neuer Beitrag zu dem Thema "TA-Spezialisten"


    Als Tiffy vor 2 Jahren (Alter 3 Jahre) hier einzog, hatte sie etwas Zahnstein. Also den Zahnspezialisten in Oberhaching kontaktiert, der meinte, noch ist es nicht so schlimm, das er operieren muß, ich solle es aber im Auge behalten.


    Da der Zahnstein mittlerweile betonartig angewachsen war, hatte ich vor ca. 3 Wochen wieder Kontrolltermin. Gründliche Untersuchung und die Diagnose: der Zahnstein muß dringend runter, da es sonst zu massiven Zahnfleischentzündungen kommen wird.


    Am Dienstag hatte wir den O.-P.-Termin, der länger dauerte, als ursprünglich angenommen.


    Anhand der digitalen Röntgenbilder hat er uns dann alles wieder genau erklärt:
    die oberen Schneidezähne waren alle wackelig und wurden gezogen, ein Backenzahn war morsch und nicht mehr zu retten.


    Dazu kamen dann zwei Backenzähne, die zwar an sich noch o.k. waren, allerdings den zarten Kiefer derart geschädigt hatten, das kaum noch Knochenmasse vorhanden war, diese mussten ebenfalls sorgfältig herausgeschnitten werden.


    Wären diese weiterhin verblieben, hätte sie in 6-12 Monaten massive Schmerzen bekommen und es wäre höchstwahrscheinlich zu einem Unterkieferbruch gekommen, da sich anmZahnfleisch der betreffenden Zähne massive Taschen mit Bakterien gebildet hatten.


    ein "normaler" TA hätte den Kiefer niemals geröngt und mit einer Minikamera und Leuchte im Kiefer diverse Schäden erkannt, sondern nur den Zahnstein beseitigt.


    Das, obwohl sie regelmässig Knochen bekommt, Zahnstein und deren Auswirkungen sind einfach genetisch bedingt.
    LG
    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
    zertifizierte Hunde-Ernährungsberaterin

  • Hallo,


    sicher war es vor etlichen Jahren noch völlig normal, immer zum Tierarzt "um die Ecke" zu gehen, der ja auch vieles kompetent erledigen konnte bzw. kann.


    Mittlerweile ist aber die Spezialisierung weit fortgeschritten, es gibt viele neue Erkenntnisse über Krankheiten und wie beim Menschen kann sich ein Allgemeinarzt nicht in allem auskennen bzw. spezialisieren.


    Wir selber gehen ja auch nicht zum Hausarzt, wenn wir Zahnschmerzen haben oder eine neue Brille benötigen.


    Ebenso sollten wir uns auch Gedanken um die Gesundheit unserer Hunde machen und von Fall zu Fall entscheiden, welcher Arzt der richtige sein könnte bzw. ist.


    Aus aktuellem Anlass möchte ich anhand einiger persönlicher Beispiele darlegen, warum es so wichtig ist, bei diversen Erkrankungen unserer Hunde zu einem Spezialisten bzw. in eine Tierklinik zu fahren.


    Vor etlichen Jahren hatte Chunga bei großem erschrecken einige Male ganz weiße Schleimhäute und minimale Krämpfe. Eine ausführliche Untersuchung beim TA ergab keinen Befund, auch ein EKG des Herzens blieb völlig ohne Befund. Also führten wir das zunächst auf ihre, zu der Zeit noch arge Ängstlichkeit zurück und wähnten uns aufgrund der Befunde auf der sicheren Seite.


    Allerdings kam es einige Zeit später frühmorgens bei ihr zu einem massiven Krampfanfall der vorderen und hinteren Gliedmaßen. Dies war der Anlass, sie nochmals genau untersuchen zu lassen und so fuhren wir noch am gleichen Tag in eine Klinik.


    Die durchgeführten neurologischen Untersuchungen waren ohne Befund, besprochen wurden weitere Untersuchungen, ihr ging es mittlerweile wieder relativ gut. Einen Tag vor der vereinbarten Untersuchung hatte sie wieder schwere Krampfanfälle, in der aufgesuchten Klinik wurde ein sofortiger Herzultraschall angeordnet.


    Die Diagnose lautete leider auf massive, Mitralisinsuffizienz , die auch in der Klinik anhand des EKG nicht sichtbar war. Chunga lag einige Tage auf Leben und Tod, sie hat es geschafft (obwohl der Herzfehler so spät erkannt wurde) und ist seitdem in regelmäßiger kardiologischer Behandlung und erfreut sich guter Gesundheit.


    Bei Arabella und Dana (die daraufhin altersbedingt ebenfalls zu einem Herzultraschall vorgestellt wurden, konnte die beginnende Mitralinsuffizienz frühzeitig diagnostiziert und behandelt werden.


    Im nächsten Jahr sind Kaya und Inka (dann 8 Jahre alt) erstmals zu dieser Untersuchung vorgesehen, obwohl es keine Anzeichen gibt. Aber hier gilt für uns: Vorsorge ist alles.


    Arabella hatte vor ca. 7 Jahren plötzlich eine Augenreizung, also ab zum TA, der eine Bindehautentzündung diagnostizierte und entsprechende Tropfen verordnete. Es wurde auch schnell besser, drei Tage später trat allerdings wieder eine Verschlimmerung ein und ich bemerkte plötzlich einen minimalen grauen Schleier auf dem Auge.


    Im Internet fand ich die Adresse einer Augenklinik in München, beschrieb den Fall und bekam aufgrund dessen noch einen Termin am gleichen Tag. Die ausführliche Untersuchung ergab Bakterien auf dem Auge, die mittlerweile infolge von zu wenig Tränenflüssigkeit ein Loch in die Hornhaut gefressen hatten.
    Lt. TA war es 5 Min. vor 12, mit einer intensiven Behandlung von mehreren Salben alle 2 Stunden konnte das Auge gerade noch ohne Operation gerettet werden. Zwei Tage später wäre das Loch so groß gewesen, dass es ausgelaufen wäre und sie damit ein Auge verloren hätte.


    Seitdem benötigt sie mehrmals tägl. künstliche Tränenflüssigkeit, die ihr Auge nicht produziert, da ihr im Alter von 1 Jahr – damals bei vielen Ärzten noch üblich – die immer wieder vorfallende Nickhautdrüse entfernt wurde, die aber zu 40 % für die Tränenproduktion verantwortlich ist. Heute wird diese Drüse nur noch fixiert, aber auch das wissen leider nicht alle Ärzte, beim Augenspezialisten ist man da auf der sicheren Seite.


    Als vor einigen Jahren bei Arabella, Chunga und Fabiola aufgrund des Alters die Zähne schlechter wurden, alle drei aber herzkrank sind bzw. waren, suchten wir auch hier nach einer optimalen Behandlung und gingen zu Dr. Schmid, Tierklinik Oberhaching, der uns dann bei der Voruntersuchung folgendes erklärte:


    Auch er kann beim anschauen der Zähne nur das äußere sehen, wie es im Kiefer aussieht, welche Wurzeln u. U. schon defekt sind und dergl. zeigen nur entsprechende Röntgenbilder, die gemacht werden, wenn der Hund bereits in Narkose liegt.


    Bei allen waren äußerlich sichtbar jeweils 2-3 Zähne betroffen, die jeweiligen Röntgenaufnahmen ergaben allerdings vereiterte bzw. bereits marode Wurzeln, die den Zahn bald zum wackeln bringen würden usw. Dies wurde dann in der jeweiligen Operation alles saniert.
    Ein "normaler" TA hätte nur den einen oder anderen sichtbar geschädigten Zahn gezogen, die wirklichen Übeltäter im Gebiss aber nicht erkannt.


    So war ich kürzlich mit der mittlerweile 15 jährigen Arabella beim Zahnarzt, da sie an den wenigen noch verbliebenen Zähnen gewissen Zahnstein hat. Lt. Dr. Schmid ist eine Entfernung in ihrem Alter nicht notwendig, bzw. rechtfertigt keine Narkose, dies allerdings nur, weil er ihr Anfang 2005 das komplette Gebiss fachgerecht saniert hat und keine weiteren Schäden vorhanden sind.


    Insofern habe ich schon vor einigen Jahren beschlossen, nur noch zu diversen Spezialärzten zu gehen, wenn es nicht um eine kleine Magenverstimmung, Impfung oder dergl. geht.


    Vor knapp zwei Jahren fühlte sich Arabella an einem Samstag nicht wohl, hatte Durchfall und wollte nichts essen. O.K. ich falle bei so etwas nicht gleich in Panik, behielt es aber im Auge. Sonntag Vormittag ging es ihr augenscheinlich besser, am späten Nachmittag zog sie sich mehr zurück und ich dachte noch, ich gehe zur Sicherheit mal zur TA im Ort am Montag.


    Mitten in der Nach bekam sie allerdings zwei Zitteranfälle, so dass wir am Montag früh gleich in die Tierklinik Oberhaching gefahren sind, da dort weitaus mehr diagnostische Möglichkeiten vorhanden sind. Es konnten keine Bauchgeräusche oder Verhärtungen des Bauchraumes festgestellt werden, die auf eine Magenverstimmung, Gastritis oder ähnliches hindeuten könnten, daher wurde der Bauchraum geröngt und zeigte einen Schatten. Daraufhin wurde ein Ultraschall angeordnet, der eine gefüllte Gebärmutter zeigte.


    Sie wurde sofort dort behalten, und bereits 2 Stunden später operiert.
    Es stellte sich heraus, dass die Gebärmutter bereits prall mit Eiter gefüllt war, nur 1 Tag später wäre sie gestorben.


    Die Krönung des ganzen hatten allerdings in diesem Jahr, nachdem wir Mitte Dezember 2007 noch Mika aus dem Tierheim Würzburg in unser Rudel eingegliedert haben.


    Lt. TH wurde er dort Ende November kastriert, Lipome entfernt und es wurden diverse Zähne gezogen, vorne hatte er keinerlei Zähne mehr. Einäugig wurde er bereits dort eingeliefert, wie und wann das passiert ist, bleibt unbekannt.


    Nach 1- 2 Wochen fiel uns dann auf, dass er bei Aufregung und darauf folgenden Niesattacken unterhalb des fehlenden Auges eine große Beule bekommt, und aus der Augenhöhle immer mal etwas Flüssigkeit kam.


    Also vereinbarten wir einen Termin in der Augenklinik, um das ansehen zu lassen.
    Die Diagnose war nicht toll, weder die – nun als Luftbeule diagnostizierte Beule noch der Ausfluss seien normal, uns wurde eine Operation zur Öffnung und Kontrolle der Augenhöhle empfohlen.


    Bei dieser O.P. wurde festgestellt, das die Nickhautdrüse und ein Teil des Unterlides eingenäht waren, in der Augenhöhle altes Gewebe nicht entfernt worden war und die Verbindung zwischen Nase und Augenhöhle nicht abgedeckt war, wie es jeder anständige Augenarzt gemacht hätte.


    Seit dieser Operation hat er keine nässende Augenhöhle und keine Luftbeule mehr.
    Als angenehmer Nebeneffekt wurde die Augenhöhle ausgepolstert und die Wunde so super vernäht, dass er auch noch optisch hübscher geworden ist.


    Im Juni haben wir aufgrund seines vermuteten Alters einen Herzultraschall bei ihm machen lassen, der erfreulicherweise zwar eine bereits vernarbte Herzklappe zeigte, bisher aber noch keine Medikamente notwendig sind.


    Auch wenn ich nur Laie bin, so gefielen mir Mikas Zähne gar nicht, also war er im Juli zur Untersuchung bei Dr. Schmid, der gleich eine massive Entzündung feststelle, auch vom sonstigen Zustand nicht begeistert war und dringend eine Operation empfahl. Da die letzte Narkose immerhin 7 Monate her war und sein Herz o.k., stand einer Operation nichts im Wege.


    Bei der Nachbesprechung über die O.P. haben selbst wir als Laien beim Blick auf die Röntgenbilder einen Schreck bekommen. Die Operation der Zähne hat geschlagene 2,5 Stunden gedauert.


    Zwei Zähne konnten "normal" gezogen werden, dann musste ein Teil des Kiefers aufgefrest werden, um vier weitere morsche Zähne bzw. Wurzeln vorsichtig aus dem ja sehr zarten Kiefer zu entfernen.


    Auch war auf den Röntgenbildern klar erkennbar, dass der Oberkiefer mal gebrochen war und diverse alte Zahnreste nicht entfernt wurden.


    Das, obwohl ja im November etliche Zähne bei Mika gezogen wurden.


    Für mich gilt daher, meine Hunde gehen zu einem Spezialisten, werden nur mit Inhalationsnarkose und Monitorüberwachung der Vitalfunktionen operiert, alles andere ist mir nicht sicher genug.



    LG


    Eva+Rudel

    Freude an einem Hund haben Sie erst, wenn Sie nicht versuchen, aus ihm einen halben Menschen zu machen.
    Ziehen Sie statt dessen doch mal die Möglichkeit in Betracht, selbst zu einem halben Hund zu werden.
    Edward Hoagland


    Kontakt: eva.kroll@chihuahua.de
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