Krebsrisko bei Einhodern

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  • Viele Tierärzte raten vorschnell zu einer Kastration, wenn ein Chihuahua von Einhodigkeit betroffen ist. Als Grund wird das hohe Risiko angegeben, dass der innen liegende Hoden entartet und somit Krebs entsteht. Das Krebsrisiko beim Zwerghund ist mit ca. 0,2 % aber deutlich geringer, als bei größeren Hunderassen. Im Verein deutscher Kleinhunde (VK) trat in 25 Jahren kein einziger Fall von Hodenkrebs bei Einhodigkeit auf, dafür einige Fälle bei denen das Tier in der Narkose verstorben ist.
    Das Krebsrisiko erhöht sich lediglich, wenn dem Hund Hormonspritzen gegeben werden, um damit dem Hodenabstieg nachzuhelfen. In solch einem Fall ist die Kastration eventuell ratsam, denn das Risiko ist hier ungewiss und schlecht einschätzbar. Alternativ könnte man aber auch eine jährliche Ultraschalluntersuchung des innen liegenden Hodens durchführen lassen, um rechtzeitig zu erkennen, ob er entartet.


    Im Gegensatz zum geringen Krebsrisiko liegt beim Zwerghund ein erhöhtes Narkoserisiko vor. Es ist wesentlich höher als das Narkoserisiko eines Großhundes. Deshalb ist es nicht ratsam, den Zwerghund bei Einhodigkeit vorsorglich wegen dem vermeintlichen Krebsrisiko kastrieren zu lassen. Sollte der innen liegende Hoden Schmerzen durch Verdrehungen oder Einklemmungen verursachen, dann muss der Hoden natürlich entfernt werden.


    Die innen liegenden Hoden schrumpfen im Normalfall innerhalb kurzer Zeit auf die Größe eines Stecknadelkopfes. Deshalb ist es oft sehr schwierig, denn Hoden während einer Operation überhaupt zu finden. In der Regel arbeitet sich der Operateur entlang des Samenbandes in Richtung Niere vor. Auf diesem Weg ist der Hoden evtl. auffindbar, oft wird er aber gar nicht gefunden. Reißt das Samenband, ist der Hoden unauffindbar und verbleibt somit im Bauchraum. Er wird dem Hund in der Regel auch nie Probleme bereiten. Dem Hundehalter wird meistens nicht einmal mitgeteilt, dass der Hoden nicht auffindbar war und im Bauchraum verblieben ist.


    Natürlich ist es möglich, dass sich der innen liegende Hoden mit der Zeit vergrößert, doch von Krebs kann man dabei nicht sprechen. Der vergrößerte Hoden kann dazu führen, dass der Hund vermehrt weibliche Hormone bildet. Dadurch wird er für andere Rüden interessanter, oft nimmt er an Gewicht zu und sein Fell wird welpenfellartig. In diesen Fällen ist eine Kastration ratsam. Solch ein innen liegender Hoden ist durch die Vergrößerung dann auch viel leichter auffindbar und kann somit entfernt werden.