Herzwurm

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  • Herzwurm Hunde infizieren sich durch Mücken im Mittelmeerraum oder in den USA


    Die sogenannte Herzwurmkrankheit (Dirofilariose führt zu lebensbedrohlichen Herz- und Lungenbeschwerden; auch ein Befall der großen Herzgefäße und der Leber sowie eine Bauchwassersucht sind möglich.


    Verursacher ist ein etwa ein Millimeter dicker und bis zu 35 Zentimeter langer Fadenwurm namens Dirofilaria immitis. Er nistet sich vor allem in großen Blutgefäßen, die an die Lunge angrenzen, ein, weshalb der Name „Herzwurm“ etwas irreführend ist.


    Die Herzwurmerkrankung – ursprünglich in den tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet – ist in Europa hauptsächlich in den Mittelmeerländern zu finden. Betroffene Regionen sind Süd-Frankreich, Süd-Griechenland, Ungarn, Korsika, Süd-Schweiz (Tessin), Sizilien, Spanien (z. B. Valencia, Murcia und Andalusien) und Portugal, die Kanaren sowie die italienische Po-Ebene und die Toskana. In Norditalien sollen 50 bis 80 Prozent der Hunde und etwa 25 Prozent der Katzen infiziert sein. Außerhalb Europas sind Kanada, Mittel- und Lateinamerika, Afrika, das südliche Asien, die Pazifikregion und Australien Hauptverbreitungsgebiete der Dirofilariose. In den Vereinigten Staaten von Amerika ist sie eine Seuche größeren Ausmaßes und hat sich in den vergangenen 20 Jahren rasch ausgebreitet.


    Übertragen wird die Herzwurmerkrankung durch Stechmücken. Bislang wurden über 70 Stechmückenarten als Träger nachgewiesen, allerdings nicht die in Mitteleuropa heimischen Arten. Die Mücken nehmen bei der Blutmahlzeit bei einem bereits erkrankten Tier die Larven (Mikrofilarien) des Fadenwurms auf. In der Mücke verwandelt sich die Larve innerhalb von 10 bis 15 Tagen zweimal, bis sie ansteckend wirken kann. Wenn die Stechmücke nun erneut Blut saugt, dringt die Larve durch den Mückenstich in den Körper des gestochenen Hundes ein und infiziert ihn. Die Larve benötigt ungefähr sechs Monate, um in die Lungenarterien des Hundes zu wandern, ihre Geschlechtsreife zu erlangen und Mikrofilarien im Blut abzulagern.


    Folgen der Herzwurmerkrankung sind zum Teil schwerwiegende Schäden in den Lungenarterien oder Herzgefäßen. Tückisch ist dabei, dass manche Hunde, vor allem junge Tiere und wenn der Befall noch nicht lange zurückliegt, keine Krankheitsanzeichen aufweisen. Andere, schon seit längerer Zeit infizierte Hunde leiden an Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust oder chronischem Husten, ermüden schnell bei Bewegung und können während oder nach der körperlichen Anstrengung aufgrund einer Herzschwäche sogar ohnmächtig werden. Alle genannten Symptome treten erst Monate nach der Infektion durch die Mücke auf. Eine sichere Diagnose erfolgt durch Blutuntersuchungen.


    Eine Behandlung der Herzwurmerkrankung ist oft schwierig, da die ausgewachsenen Würmer (Makrofilarien) mit Medikamenten schwer abzutöten sind und in manchen Fällen operativ entfernt werden müssen. Der Tierarzt kennt die notwendigen Medikamente und Mittel und berät Reisewillige gerne.



    Quellen:
    Herzwurm - Informationsseite für Tierbesitzer über die Herzwurmerkrankung (Dirofilariose) der Abteilung Tierkardiologie der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München,
    www.tierkardiologie.lmu.de/

    Herzwurmerkrankung, auf:
    www.tierklinik.de/


    Bundesverband für Tiergesundheit (bft), Ektoparasiten als Krankheitsüberträger: Reiselust birgt Risiken - Zecken, Flöhe und Mücken mit Gefährdungspotenzial, bft-online, www.bft-online.de/Download/text/0844_07.doc